Handybranche
Sony Ericsson kommt nicht aus den roten Zahlen

Der Handy-Hersteller Sony Ericsson macht die Absatzflaute weiter zu schaffen. Im dritten Quartal konnten nur noch 14,1 Mio. Mobiltelefone verkauft werden, teilte das Gemeinschaftsunternehmen von Sony und LM Ericsson am Freitag mit.

HB STOCKHOLM. Dem Handy-Hersteller Sony Ericsson macht die Absatzflaute weiter zu schaffen. Im dritten Quartal konnten nur noch 14,1 Mio. Mobiltelefone verkauft werden, teilte das Gemeinschaftsunternehmen von Sony und LM Ericsson am Freitag mit. Vor einem Jahr waren es noch 25,7 Mio. Den eigenen Marktanteil sieht der Handyhersteller aber weiter bei fünf Prozent.

Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr um mehr als eine Mrd. auf 1,6 Mrd. Euro ein. Trotzdem ist der scheidende Unternehmenschef Dick Komiyama zuversichtlich: Der Abschwung verlangsame sich zusehends, hieß es in der Mitteilung vom Donnerstag. Lagerbestände konnten im dritten Quartal abgebaut werden. Der durchschnittliche Preis für Sony-Ericsson-Handys sank zwar binnen drei Monaten von 122 auf 114 Euro. Das ist aber immer noch mehr als im Vorjahr, als Sony Ericsson durchschnittlich nur 109 Euro für seine Geräte verlangen konnte.

Analysten warnen, dass das Unternehmen wichtige Entwicklungen im Handygeschäft verpasst hat und der Konkurrenz im neuen lukrativen Smartphone-Segment nichts entgegen zu setzen hat. Erst im September überarbeitete der Handyhersteller seinen Markenauftritt - für das Weihnachtsgeschäft schickt er nochmal zwei Touchscreen-Geräte ins Rennen. Trotzdem verbannten LG Electronics und Motorola, die lange mit Sony Ericsson um den dritten Platz konkurrierten, das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen zuletzt auf Platz fünf auf der Rangliste der weltweit größten Handyunternehmen.

Nach wie vor steckt der Handyhersteller in den roten Zahlen. Allerdings konnte Sony Ericsson den Verlust gegenüber dem zweiten Quartal etwas verringern. Unterm Strich stand ein Minus von 164 Mio. Euro - rund 50 Mio. weniger als noch vor drei Monaten. Auch die Bruttomarge konnte gegenüber dem zweiten Quartal etwas verbessert werden. Das 500 Mio. Euro teure Sparprogramm beginne langsam Wirkung zu zeigen, sagte Unternehmenschef Komiyama. Nach der zweiten Jahreshälfte 2010 will Sony Ericsson jährlich 880 Mio. Euro Kosten einsparen.

Die Aktien von LM Ericsson legten nach den Zahlen im frühen Handel ein gutes Prozent zu. Der Netzwerkausrüster hält 50 Prozent an Sony Ericsson und stellt nun auch den neuen Chef: Bert Nordberg wird künftig an der Spitze stehen.

Für den Gesamtmarkt blieb Sony Ericsson bei seiner pessimistischen Prognose. Danach schätzt das Unternehmen, dass die Handy-Verkaufszahlen in diesem Jahr um rund 10 Prozent unter den 1,19 Millionen des Vorjahres liegen werden. Branchenprimus Nokia hatte seine Prognose für den Markt am Donnerstag etwas angehoben und rechnet nun nur noch mit einem Rückgang von sieben Prozent. Der Branchenprimus hatte wegen hoher Abschreibungen auf seine Netzwerksparte den ersten Verlust seit 16 Jahren eingefahren und am Freitag seinen Finanzchef ausgetauscht.

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