Handyhersteller
BenQ-Gläubiger bekommen Geld

Die Gläubiger des Handyherstellers BenQ Mobile können aufatmen. Ein beträchtlicher Teil ihrer Forderungen wird zweieinhalb Jahre nach der Pleite des Münchener Unternehmens beglichen. 35 Prozent aller geprüften Forderungen würden zum Ende des ersten Quartals 2009 beglichen, sagte Insolvenzverwalter Martin Prager dem Handelsblatt.

MÜNCHEN. Diese Quote bezeichneten Insolvenzverwalter im Gespräch mit dem Handelsblatt als "äußerst hoch". Dies sei "sehr, sehr viel", sagte ein Jurist, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zudem sei erstaunlich, wie schnell die Ausschüttung komme. In der Regel erhalten die Gläubiger nach Pleiten von Unternehmen lediglich drei bis fünf Prozent ihrer Forderungen. Zudem ziehe es sich oft über viele Jahre, ehe Geld überwiesen wird.

Es hat seinen Grund, dass die Gläubiger in diesem Fall mehr bekommen. Prager: "Ein wesentlicher Anteil stammt von Siemens. Doch auch die Verwertung von Grundstücken, Patenten sowie Maschinen ist gut gelaufen." Siemens hat Ende November mitgeteilt, dass der Insolvenzverwalter 225 Mio. Euro von dem Konzern bekomme. Zuvor hatte Prager eine Klage gegen Siemens vorbereitet. Zur Begründung hatte es geheißen, im Zusammenhang mit dem Ausgliederungsvertrag an BenQ seien eine Reihe von Bewertungsfragen offen geblieben.

Siemens hatte sein Handygeschäft im Frühjahr 2005 an den Taiwaner Elektronikkonzern BenQ verkauft. Die Asiaten haben es anschließend aber nicht geschafft, das schwer angeschlagene Geschäft wieder auf die Beine zu bringen. Bereits im Herbst 2006 musste die in München angesiedelte Sparte BenQ Mobile Insolvenz anmelden. 3 000 Mitarbeiter standen daraufhin auf der Straße.

Viele dieser Leute gehören zu den mehr als 4 500 Gläubigern, die ihre Forderungen bei Prager angemeldet haben. Doch auch Lieferanten wie der Chiphersteller Infineon, der westfälische Mittelständler Balda oder der finnische Komponentenproduzent Perlos waren von der Pleite betroffen. Alles in allem sind bei dem Juristen, der für die Kanzlei Pluta arbeitet, Ansprüche über 1,1 Mrd. Euro eingegangen.

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