Handyhersteller: Benq-Siemens sieht deutschen Standort gefährdet

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Benq-Siemens sieht deutschen Standort gefährdet

Der Chef des neu geschmiedeten Handyherstellers Benq-Siemens, Clemens Joos, hat die Ziele für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

dpa BARCELONA. Es bleibe bei der Aussage, dass das Handy-Geschäft mit der übernommenen verlustreichen Siemens-Mobilfunksparte in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen zurückkehren solle, sagte Joos am Montag bei der Mobilfunkmesse 3gsm World Congress in Barcelona.

Der Marktanteil habe sich in den vergangenen Monaten erholt, sagte Joos weiter. Es gelte aber die Devise „Profitabilität vor Marktanteil“. Innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre halte er einen Marktanteil von bis zu zehn Prozent für Benq-Siemens für möglich. Die Marke Siemens, im Jahr 2004 noch weltweit die Nummer Vier, war 2005 aus der Liga der fünf größten Handyproduzenten abgestiegen. Dazu hatten auch die Dauerspekulationen um die Siemens- Pläne für das am Ende abgestoßene Handy-Geschäft beigetragen.

Die Produktion von Handys der Marke Benq Mobile in Deutschland ist dem Unternehmenschef zufolge gefährdet. Ob und in welchem Umfang Mobiltelefonsparte noch im Inland fertigen werde, hänge von Verhandlungen mit den Gewerkschaften ab, sagte Benq-Mobile-Chef Clemens Joos am Montag im am Rande der Messe.

„Produktion in Deutschland ist immer bedroht, das ist klar. Es hängt davon ab, was für ein Ergebnis wir mit den Gewerkschaften bekommen“, sagte er. „Wenn wir bis Juni zu keiner Lösung kommen, stehen wir vor einem Problem.“ Benq Mobile hat von Siemens eine Vereinbarung für die Produktionsstätten übernommen, die längere Arbeitszeiten im Gegenzug für Arbeitsplatzgarantien vorsieht. Der Pakt läuft im Juni aus. Benq Mobile zufolge haben die Gewerkschaften bisher das Angebot des Unternehmens abgelehnt, das Abkommen zu verlängern.

Um bei den Kunden zu punkten, setze Benq-Siemens auf flaches Design und edle Materialien, sagte Joos. Das Unternehmen präsentierte auf der Messe auch drei neue Handys, darunter das Hsdpa-fähige Ef91 für besonders schnelle Übertragungsraten und mobiles Fernsehen. Es soll in diesem Sommer pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland auf den Markt kommen. Die UMTS-Variante Hsdpa sorgt für hohe Übertragungsgeschwindigkeit.

Der taiwanesische IT-Konzern Benq hatte die Siemens-Handysparte im vergangenen Jahr übernommen und betreibt in Deutschland derzeit drei Standorte in Kamp-Lintfort, München und Ulm. Weltweit beschäftigt Benq Mobile gut 7000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon in Deutschland. Die Abspaltung vom traditionsreichen Konzern bedeutete das Ende der Handy-Produktion in deutscher Hand. Das neue Unternehmen hatte am 1. Oktober 2005 den Geschäftsbetrieb aufgenommen.

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