Handyhersteller
Motorola klappt die Handys zu

Nach dem massiven Verlust von Marktanteilen spaltet sich der US-Handyhersteller Motorola auf. Der Konzern trennt sich von seiner Mobiltelefon-Sparte und schafft zwei unabhängige, börsennotierte Unternehmen. Motorola gibt damit dem Druck seiner Aktionäre nach.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF.´Mit Autoradios für die amerikanischen Straßenkreuzer hat der Erfolg von Motorola im Jahr 1928 begonnen. Genau 80 Jahre später steht das Unternehmen aus Chicago vor der Aufspaltung: Der erst seit Ende 2007 amtierende Vorstandschef Greg Brown will die defizitäre Handysparte vom profitablen Rest trennen.

"Die Schaffung von zwei führenden Unternehmen der Branche wird für mehr Flexibilität, besser zugeschnittene Kapitalstrukturen und einen stärkeren Fokus des Managements sorgen - und darüber hinaus den Aktionären gezieltere Möglichkeiten für ihre Investments geben", versprach Brown gestern.

Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, wie die Aufspaltung konkret vonstatten gehen soll. Es hieß nur, "die aktuellen Pläne" sähen vor, dass Motorola -Aktionäre steuerfrei Aktien der beiden getrennten Unternehmen erhalten sollen.

Das Handygeschäft ist die einzige der drei Sparten von Motorola, die Verluste schreibt. Gleichzeitig steht der Bereich aber auch für gut die Hälfte der gesamten Umsätze in Höhe von zuletzt knapp 37 Mrd. Dollar (23,5 Mrd. Euro). Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2007 fuhren die Handys ein Minus von 388 Mill. Dollar ein, die beiden anderen Bereiche kamen zusammen auf einen Gewinn 643 Mill. Dollar.

Bei einer Aufspaltung würde das Handygeschäft als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Das zweite Unternehmen würde den Rest der heutigen Motorola beinhalten - dazu gehören Kommunikationsnetze, TV-Empfänger und Barcode-Scanner.

Branchenexperten sehen die Aufspaltung skeptisch. "Das löst die Kernprobleme im Handygeschäft nicht", sagte gestern Neil Mawston vom US-Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics. Die Sparte leide unter zahlreichen hausgemachten Problemen wie erfolglosen Produkten, schwachen Zulieferern und einer Unternehmensstruktur, in der die einzelnen Abteilungen nicht genügend zusammenarbeiten würden.

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