Handyhersteller
Nokia schließt Standort in Ulm

Bei Nokia läuft es schon lange nicht mehr rund. Jetzt verkündet der Handy-Riese eine neue Sparrunde, der bis zu 10.000 Arbeitsplätze weltweit zum Opfer fallen. Auch Deutschland ist betroffen. Die Aktie stürzt ab.
  • 4

EspooDer Verluste schreibende Handy-Hersteller Nokia will weltweit 10.000 Stellen streichen und rechnet in seiner Mobiltelefon-Sparte mit noch höheren Verlusten. Der Stellenabbau soll bis Ende 2013 umgesetzt sein, teilte der finnische Konzern am Donnerstag mit. Insgesamt hat der einstige Platzhirsch damit seit 2010 den Abbau von 40.000 Arbeitsplätzen angekündigt, mehr als ein Viertel der Gesamtbelegschaft.

Es würden zusätzliche Restrukturierungskosten von einer Milliarde Euro anfallen. In der Sparte „Devices und Services“ werde die operative Marge im zweiten Quartal noch schlechter ausfallen als die minus drei Prozent, die es im ersten Quartal gegeben habe. Die Nokia-Aktie verlor im frühen Handel neun Prozent, seit Anfang 2011 sind sie um rund 70 Prozent abgestürzt.

Auch der Standort für Forschung und Entwicklung in Ulm mit zuletzt 730 Mitarbeitern ist betroffen. Er soll Ende September schließen. Für die Nokia-Beschäftigten in Deutschland ist die Ankündigung ein Schock. Vier Jahre nach der Schließung des Handy-Werkes in Bochum halbiert das finnische Unternehmen damit die Zahl seiner Beschäftigten in Deutschland. Ulm war bisher ein wichtiges Entwicklungszentrum für preisgünstige Einstiegshandys des Konzerns.

„Deutschland bleibt für Nokia aber ein sehr wichtiger Standort für unsere Entwicklungsaktivitäten“, sagte ein Nokia-Sprecher. Nicht von den Schließungsplänen betroffen ist das zweite Forschungszentrum des Konzerns in Deutschland in Berlin, wo Nokia an ortsbasierten Diensten arbeitet. Dieser Bereich gilt neben der Smartphone-Linie Lumia für den Konzern weiter als wichtiges Wachstumsfeld.

Solche Dienste sollen einer der zukünftigen Schwerpunkte von Nokia werden. Der Plan ist, den Fokus auf die neuen Smartphones der Marke Lumia und verwandte Angebote zu schärfen. Dafür gibt es die Kürzungen bei anderen Geschäftsbereichen. Nokia steckt in roten Zahlen fest und muss dringend die Kosten senken.

Seite 1:

Nokia schließt Standort in Ulm

Seite 2:

Luxushandy-Marke wird verkauft

Kommentare zu " Handyhersteller: Nokia schließt Standort in Ulm"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bochum ist nicht strukturschwach, dort gibts OPEL. Und Fachkräftemangel haben wir auch.^^

  • Ironie von Ihnen?

    Jo super, ich hoffe sie sind auch mal bei "den 20.000" dabei.
    Dann noch in einem strukturaschwachen Gebiet (wie damals Bochum)

  • Wäre ich dort Chef, so würde ich mindestens 20.000 Stellen streichen. So macht man das!^^

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%