Handyhersteller
Nokia verfehlt Erwartungen, Aktie steigt

Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat im ersten Quartal wie erwartet einen Umsatz- und Gewinnrückgang verbucht. Die Prognosen der Analysten konnte das Unternehmen nicht erfüllen. Anleger hatten aber offenbar mit noch schlechteren Nachrichten gerechnet.

STOCKHOLM. Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia blickt auf ein düsteres erstes Quartal zurück und sieht dennoch das Licht am Ende des Tunnels. Der finnische Konzern präsentierte gestern eines seiner schwächsten Quartalsergebnisse der vergangenen zehn Jahre.

Schlimmer noch: Der Branchenprimus unterbot die schon niedrig gestellten Erwartungen und musste einen Verlust für die ersten drei Monate dieses Jahres von 12 Mio. Euro verbuchen. Das ist gegenüber dem ersten Quartal 2008 ein dramatischer Einbruch, damals lag der Vorsteuergewinn bei 1,6 Mrd. Euro. Dennoch löste die Aktie mit einem Plus von mehr als acht Prozent ein wahres Kursfeuerwerk aus.

Die Erklärung für den scheinbaren Widerspruch: Erstmals seit Ausbruch der globalen Wirtschaftskrise sieht Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo vorsichtige Zeichen der Erholung in seiner Branche. Zwar rechnet Nokia in diesem Jahr weiterhin mit einem Schrumpfen des Handy-Marktes um rund zehn Prozent, doch zeigten sich Analysten erleichtert darüber, dass der Weltmarktführer seine Vorhersage nicht weiter nach unter revidiert hat, wie viele Experten erwartet hatten.

Mehr noch: Kallasvuo kündigte an, dass sein Konzern in der zweiten Jahreshälfte den derzeitigen Marktanteil von etwa 37 Prozent wieder ausbauen werde. Außerdem erwartet er bereits im laufenden Quartal eine Stabilisierung des Handy-Marktes. Er werde, so Kallasvuo, auf dem Niveau des ersten Quartals oder leicht besser sein. In den ersten drei Monaten wurden 93,2 Mio. Geräte ausgeliefert.

Telekomanalystin Helena Nordman-Knutsson vom Stockholmer Börsenmakler Öhmans sieht die Stärken des finnischen Konzerns derzeit vor allem in die Schwellenländer, wo das Unternehmen mit Billig-Handys weiter punkten konnte. Allerdings spiegelt sich das starke Engagement von Nokia in Ländern wie China und Indien auch in einem weiter gesunkenen durchschnittlichen Verkaufspreis wider: Er ging von 79 Euro im ersten Quartal vergangenen Jahres auf jetzt nur noch 65 Euro zurück. Trotzdem konnte Nokia die anvisierte Betriebsmarge von zehn Prozent sogar leicht übertreffen. Analysten hatten mit allenfalls 8,5 Prozent gerechnet.

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