Handyhersteller
Sony Ericsson verdient weniger als erwartet

Der jüngste Quartalsgewinn von Sony Ericsson hat die Erwartungen von Experten enttäuscht - auch wenn der Handybauer die eigene Prognose bestätigt hat.
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HB STOCKHOLM. Der Vorstoß des Handyherstellers Sony Ericsson auf den lukrativen Smartphone-Markt gerät ins Stocken. Der japanisch-schwedische Gemeinschaftskonzern machte am Freitag einen anhaltenden Engpass an Bauteilen für eine Schwächung seines Geschäfts im Sommerquartal verantwortlich. Der in hohem Tempo wachsende Markt lockt jedoch auch viele Konkurrenten an, die genauso wie Sony Ericsson mit Googles Betriebssystem Android antreten. Die Tochter von Sony und Ericsson will hier weltweit zur größten Marke aufsteigen. Konzernchef Bert Nordberg setzt mit dem Weihnachtsgeschäft zur Aufholjagd an: „Ich erwarte einen stärkeren Absatz im vierten Quartal, eine Trendwende“, sagte er.

Von Juli bis September blieb der Umsatz auf Vorjahresniveau und blieb mit 1,6 Mrd. Euro gut zehn Prozent hinter dem Ergebnis des Vorquartals zurück. Experten hatten dagegen zumindest eine leichte Steigerung erwartet. Auch mit seinem Absatz enttäuschte der Konzern: Er verkaufte im abgelaufenen Quartal nur 10,4 Mio. Mobilfunkgeräte. Damit blieb er selbst unter der vorsichtigsten Prognose der 27 von Reuters befragten Analysten.

Mit seinem Vorsteuergewinn hielt sich Sony Ericsson zwar weiter in den schwarzen Zahlen, in die es sich in diesem Jahr nach fast zwei Jahren mit Verlusten zurückgekämpft hatte. Die ausgewiesenen 62 Mio. Euro lagen jedoch fast 15 Prozent unter den 72 Mio. Euro, die Analysten in einer Reuters-Umfrage prognostiziert hatten. Im Vorjahr machte Sony Ericsson noch einen Verlust von 199 Mio. Euro. Die Ericsson-Aktie gab in Stockholm 1,6 Prozent nach, Sony-Aktien verloren in Tokio ein Prozent und damit nur wenig mehr als der Gesamtmarkt.

„Der Markt hat Nachschubprobleme“, sagte Unternehmenschef Bert Nordberg Reuters. Demnach fehlte es vor allem an LCD-Bildschirmen und Leiterplatten. „Das hat uns in Mitleidenschaft gezogen. Unser Absatz hat die Erwartungen nicht erfüllt. Das ist der Aspekt, der heraussticht.“ Insgesamt machten Smartphones inzwischen aber 50 Prozent des Sony-Ericsson-Absatzes aus, erklärte Nordberg.

Die Konkurrenten HTC aus Taiwan und der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) aus Kanada haben zuletzt allerdings dank der riesigen Nachfrage nach den Alleskönnern unter den Handys mit Internetanschluss und direkter Verbindung zu sozialen Netzwerken wie Facebook ihre Quartalsgewinne deutlich gesteigert. Apple - die Nummer Sechs nach Absatz, aber rentabel wie kein anderer Handy-Hersteller - legt am kommenden Montag seine Quartalsbilanz vor. Marktführer Nokia ist am Donnerstag an der Reihe, Motorola sowie die koreanischen Samsung und LG Electronics dann in der letzten Oktober-Woche. Weltweit dürfte der Smartphone-Absatz in diesem Jahr um 50 Prozent zulegen.

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