Handysparte
Sony will Sony Ericsson ganz schlucken

Die Japaner wollen offenbar das Gemeinschaftsunternehmen allein weiterführen. Sie schwenken damit auf den Kurs von Google und Apple ein: Nur wer Programme und Geräte aus einem Guss anbietet, überlebt.
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Als der japanische Elektronikhersteller Sony und der schwedische Mobilfunkkonzern Ericsson vor zehn Jahren ein Gemeinschaftsunternehmen gründeten, war das eine nüchterne Angelegenheit. Das Bündnis galt in beiden Firmen als dringend notwendige Zweckgemeinschaft: Sony musste Marktanteile gewinnen, Ericsson milliardenschwere Verluste in der Handysparte stoppen.

 Ebenso nüchtern, wie es begonnen hat, könnte das Bündnis jetzt zu Ende gehen: Nach Informationen des Wall Street Journals wollen die Japaner das Geschäft des gemeinsamen Handy-Herstellers künftig alleine weiterführen. Wie das Blatt berichtet, steht Sony kurz davor, dem schwedischen Partner seinen Anteil von fünfzig Prozent abzukaufen und so das Joint Venture komplett zu übernehmen.

Die Japaner wollten damit die Entwicklung verschiedener Elektronik-Geräte wie Smartphones, Tablets und Computer wieder besser aufeinander abstimmen. In den vergangenen Jahren schrieb Sony Ericsson häufig Verluste. Zudem leidet das Unternehmen unter sinkenden Marktanteilen. Der rasante Aufstieg der Smartphones hat den Hersteller kalt erwischt. Nach Zahlen der Marktforscher von Gartner sank der Marktanteil seit dem Jahr 2008 von mehr als acht auf weniger als zwei Prozent im Jahr 2011.

Mit dem Fokus auf das Google-Betriebssystem Android war das Unternehmen zuletzt zwar wieder erfolgreicher. Doch der Abstand zu Herstellern wie Apple und Samsung ist groß. Sony-Ericsson droht den Anschluss zu verlieren. Aus Sicht von Sony machte es zudem nur noch wenig Sinn, Smartphones und moderne Flachcomputer mit Touchscreen getrennt voneinander zu entwickeln.

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Geräte aus einem Guss

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