Hans Vestberg: Die Herausforderungen für die Mobilfunk-Netze

Hans Vestberg
Die Herausforderungen für die Mobilfunk-Netze

Die Mobilfunk-Netze sind oft überlastet - und in absehbarer Zeit kommen noch Milliarden verbundener Geräte dazu. Die Netztechnik müsse intelligenter agieren, sagt der Chef der schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson.
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Las VegasDas Internet der Dinge stellt die Mobilfunk-Netze vor große Herausforderungen. Zum einen müssten sie damit klarkommen, dass viel mehr funkende Geräte unterwegs sind und sich plötzlich an unterschiedlichen Orten in großer Zahl konzentrieren könnten, betonte der Chef des Netz-Ausrüsters Ericsson, Hans Vestberg.

Außerdem hätten verschiedene Geräte unterschiedliche Anforderungen an die Netze. „Wir müssen also Netzwerke aufbauen, die viel besser erkennen können, welche Technik gerade mit ihnen verbunden ist“, sagte Vestberg der dpa auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas. Zum Beispiel brauche ein Auto unbedingt eine sehr stabile Verbindung mit möglichst kurzen Reaktionszeiten. Es zeichne sich zwar ab, dass viele verschiedene Funktechniken wie Bluetooth eingesetzt werden. „Aber der Großteil dieser vernetzten Geräte wird an irgendeinem Punkt trotzdem mit mobilen Netzen verbunden sein.“

Der Ericsson-Chef war schon vor einigen Jahren mit der Prognose vorgeprescht, dass es zum Jahr 2020 rund 50 Milliarden vernetzte Geräte geben werde. „Man hat mich jahrelang gefragt, wie ich auf diese Zahl komme. Aber wenn man sich ansieht, was jetzt passiert, erscheint es einleuchtend.“ Auf der CES sind zahlreiche Konzepte für die Vernetzung aller möglichen Geräte im Alltag zu sehen.

Auch Ericsson experimentiert mit neuen Technologien über die Netzwerk-Technik für Telekom-Konzerne hinaus. So zeigt die schwedische Firma in Las Vegas ihr „Smart Paper“ - Papier, auf das elektronische Schaltkreise draufgedruckt sind. Die dünne Elektronik wird bereits durch die Energie des menschlichen Körpers aktiviert. Die Idee ist, damit zum Beispiel Artikel im Supermarkt zu versehen. Nimmt dann ein Allergiker ein Produkt in die Hand, das er nicht verträgt, würde mit Hilfe einer App eine Warnung auf seinem Smartphone-Bildschirm auftauchen.

Mit den vielen Möglichkeiten sei aber auch das Risiko groß, sich in zu vielen Projekten zu verzetteln, räumte Vestberg ein. „Wir sagen zu vielen Sachen Nein.“ Deswegen sei Ericsson zum Beispiel beim Handy-Hersteller Sony Ericsson ausgestiegen. „Wir haben uns gefragt, in welchen Bereichen wir die Nummer eins sein können.“ Ericsson habe sich für wenige Kernbereiche wie mobile Infrastruktur und dazugehörige Dienste, Abrechnungs-Systeme und Router entschieden.

Das mobile Internet habe die gesamte Ausrüster-Branche verändert, sagte Vestberg. „Vor zehn Jahren hatten wir alle mehr oder weniger das gleiche Portfolio: Festnetz-Technik, Mobilfunk-Ausrüstung, Handys. Heute sehen alle unterschiedlich aus.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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