Harter Preiskampf
Anleger fürchten bitteres Erwachen für AMD

Chiphersteller Advanced Micro Devices, kurz AMD, hat im zweiten Quartal zwar seinen Gewinn fast verachtfacht und Branchenprimus Intel Marktanteile abgejagt. Dennoch sank der Aktienkurs. Das hat einen guten Grund.

HB SAN FRANCISCO. AMD nannte einen Quartalsgewinn von 88,8 Mill. Dollar nach 11,3 Mill. im Vorjahr. Angesichts zunehmender Sorgen von Investoren über sinkende Erlöse in einem harten Preiskampf mit Intel gaben AMD-Aktien nach Vorlage der Zahlen am Donnerstag nach US-Börsenschluss aber deutlich nach. Der Preiswettbewerb spiegelte sich bereits im AMD-Umsatz für das abgelaufene Quartal wider, der um knapp ein Zehntel auf 1,22 Mrd. Dollar sank. Auch Intel hatte dem verschärften Wettbewerb mit AMD Tribut zollen müssen und am Mittwochabend einen Rückgang des Gewinns um mehr als die Hälfte bekannt gegeben.

AMD gewinnt seit Monaten Marktanteil. Besonders die stromsparenden Prozessoren laufen sehr gut. Daraufhin hatte Intel mit Preissenkungen von bis zu 60 Prozent reagiert. AMD musste nachziehen, um seine Marktanteils-Gewinne zu verteidigen.

AMD-Finanzchef Robert Rivet sagte, der Umsatz des Konzerns mit Prozessoren für Server sei um 26 Prozent gestiegen. In dem Bereich hat AMD den größten Erfolg gegen Intel zu verzeichnen. „Wir glauben, dass wir in dem Quartal Marktanteile bei Server-Prozessoren gewonnen haben“, sagte Rivet.

Schwachstelle Notebooks

AMD-Chips haben sich vor allem in Desktop-Computern und Großrechnern als konkurrenzfähig erwiesen, blieben nach Einschätzung vieler Analysten bei tragbaren Geräten aber bisher hinter Intel zurück. Im ersten Quartal konnte AMD einer Erhebung zufolge seinen Anteil am PC-Chip-Markt auf gut 21 Prozent ausbauen nach knapp 17 Prozent im Vorjahr.

AMD erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine saisonal starke Nachfrage und im dritten Quartal einen höheren Umsatz als im zweiten.

In Dresden beschäftigt AMD rund 2 800 Mitarbeiter. Ende Mai hatte der Konzern erklärt, in den Ausbau seines deutschen Standorts mehrere Mrd. Dollar zu investieren und damit die Kapazitäten für die Chip-Herstellung deutlich aufzustocken. Hunderte Arbeitsplätze sollen neu entstehen.

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