Hauptversammlung
Balda-Konflikt um Aufsichtsrat entschärft

Der angeschlagene Handyzulieferer Balda kommt nicht zur Ruhe. Neben dem Konflikt um ein Aufsichtsrats-Mandat wühlten die aktuellen Zahlen die Gemüter auf; der Vorstand musste scharfe Kritik von Aktionärsvertretern einstecken.

HB BIELEFELD/BAD OEYNHAUSEN. Die Anteilseigner erlebten am Dienstag in Bielefeld eine turbulente Hauptversammlung. Thema war wieder einmal der Streit zwischen der NordLB und dem einstigen Vorzeige-Jungunternehmer Lars Windhorst über die Besetzung des Balda-Aufsichtsrats. Zwar sah die Tagesordnung der Hauptversammlung vor, den Windhorst-Anwalt Michael Naschke in das Gremium zu wählen. Aber laut eines von Aufsichtsratschef Richard Roy verlesenen Schreibens zog Naschke seine Kandidatur zurück.

Die NordLB hatte als eigenen Kandidaten Manfred Puffer vorgeschlagen, der derzeit im Aufsichtsrat der der österreichischen Bundesfinanzagentur sitzt. Die NordLB hält nach eigenen Angaben 15,1 Prozent des Balda - Grundkapitals. Windhorst ist Geschäftsführer der Investmentfirma Vatas, deren Muttergesellschaft Sapinda 8,4 Prozent der Anteile hält.

Aktionärsvertreter zeigten sich während der Veranstaltung über die aktuellen Unternehmenszahlen sehr verärgert. "Balda hat so ziemlich alle Erwartungen enttäuscht", sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Vorstandschef Joachim Gut kündigte dagegen an, im Gesamtjahr 2008 sollten alle Geschäftsfelder profitabel sein. Das erste Halbjahr werde aber schwächer als die zweite Jahreshälfte ausfallen. Es gebe zehn gesicherte Aufträge im neuen Kerngeschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen.

Gut kündigte außerdem an, die Medizintechnik-Tochter solle noch im laufenden Jahr verkauft werden. Balda stehe aber nicht unter Zeitdruck. Nach Angaben von Finanzchef Dirk Eichelberger soll der Anteil des Geschäfts mit dem größten Kunden am Balda-Umsatz bis Ende 2008 unter 60 Prozent sinken. Dem Vernehmen nach liefert die chinesische Balda-Tochter TPK die berührungsempfindlichen Bildschirme für das iphone von Apple.

Nach Millionenverlusten 2007 war das Ergebnis im fortgeführten Geschäft im ersten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von plus 1,7 auf minus 6,7 Millionen Euro gesunken. Der Umsatz stieg von 42,9 auf 45,2 Millionen Euro. Die Zahlen des zweiten Quartals will das Unternehmen mit gut 6 500 Mitarbeitern am 6. August bekanntgeben.

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