Hauptversammlung
Die Telekom will sich neu erfinden

Die Hauptversammlung der Deutschen Telekom verspricht aufregend zu werden. Viele Aktionäre sind unzufrieden. Datenskandal, Netzausfall und die Entwicklung des Aktienkurses haben die Anleger aufgeschreckt. Aber Telekom-Chef Obermann will Kritikern mit einer neuen Konzernstrategie den Wind aus den Segeln nehmen.

lou/HB KÖLN. Die Deutsche Telekom drückt bei ihrem geplanten Konzernumbau aufs Tempo. Noch in diesem Jahr soll eine außerordentliche Hauptversammlung der Zusammenlegung von Festnetz und Mobilfunk in Deutschland zustimmen.

Zuvor solle die T International AG-Mobile auf die Deutsche Telekom AG verschmolzen werden, teilte der Bonner Konzern am bei der Hauptversammlung mit. Telekom-Chef René Obermann bekräftige vor den Aktionären in Köln, dass mit dem Umbau kein Personalabbau in Deutschland verbunden sei. Einige Managerposten würden allerdings umbesetzt.

Ansonsten dürften die Telekom-Aktionäre unter anderen kritischen Frage zur jüngsten Gewinnwarnung haben. Außerdem dürfte die Bespitzelungsaffäre eine große Rolle spielen. Der Konzern fordert von seinem Ex- Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sowie vom ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel je rund eine Million Euro Schadenersatz.

Die Telekom hatte auch ihren ehemaligen Vorstandschef Kai-Uwe Ricke per Brief aufgefordert, knapp eine Million Euro Schadenersatz zu zahlen. "Herrn Ricke ist die Schadenersatzforderung in dieser Woche zugestellt worden", sagt ein Unternehmensinsider in Bonn. Sollte er nicht zahlen, droht die Telekom mit einer Klage.

Beobachter gehen davon aus, dass der Konzern sich damit gegen kritische Fragen der Aktionäre wappnen will. Schließlich hat die Deutsche Telekom für die in der Spitzelaffäre angefallenen Ausgaben Aktionärsvermögen verwendet.

Bei der Affäre hat die Telekom in den Jahren 2005 und 2006 Telefonverbindungen von rund 60 Aufsichtsräten, Journalisten, Betriebsräten und eigenen Vorständen ausgespäht und damit gegen das Fernmeldegeheimnis und das Datenschutzgesetz verstoßen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen acht Beschuldigte, darunter Ricke sowie der Ex-Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel, von dem die Telekom ebenfalls knapp eine Mio. Euro Schadenersatz fordert.

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