Hauptversammlung
Die zahmen Aktionäre der Deutschen Telekom

Die Hauptversammlung der Deutschen Telekom versprach aufregend zu werden. Die Aktionäre hatten ja durchaus Grund, unzufrieden zu sein: Datenskandal, Netzausfall und die vor allem jüngste Gewinnwarnung haben so manchen Anleger aufgeschreckt. Doch Rene Obermann hat es geschafft, die Aktionäre zu beruhigen.

KÖLN. Auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom in der Kölner Lanxess Arena geriert sich die Deutsche Telekom als Gewinner. Selbstbewusst und locker resümiert Konzernchef René Obermann das abgelaufene Jahr – und erntet dafür mehrfach Applaus in dem nahezu voll besetzten unteren Rang der Arena.

Das Thema, das im Vorfeld des Aktionärstreffens für die meiste Aufmerksamkeit gesorgt hat, wird in Köln nur am Rande gestreift. Aufsichtsratchef Ulrich Lehner erklärte gleich zu Beginn, das Kontrollgremium habe beschlossen, seinen Vorgänger Klaus Zumwinkel heute nicht zu entlasten. Lehner lässt in Köln nicht darüber abstimmen, Zumwinkel die Entlastung zu verweigern, sondern verschiebt das Votum darüber auf einen späteren Zeitpunkt. Als Grund nennt er die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft im Spitzelskandal.

Der ehemalige Aufsichtsratchef steht im Verdacht, zusammen mit dem ehemaligen Vorstandschef Kai-Uwe Ricke einen Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung beauftragt zu haben, undichte Stellen im Unternehmen zu finden. In der Folge spähte die Telekom Telefonate von rund 60 Personen aus, darunter Aufsichtsräte, Journalisten, Betriebsräte und Telekom-Vorstände.

Die Deutsche Telekom hatte im Vorfeld des Aktionärstreffens mit kritischen Nachfragen zu den Kosten des Spitzelskandals gerechnet und deshalb von den vermeintlich Schuldigen Ricke und Zumwinkel Schadenersatz in Höhe von jeweils knapp einer Mill. Euro verlangt. Datenschutzvorstand Manfred Balz erklärte auf der Hauptversammlung, die Schadenersatzforderung setze sich aus den Rechnungen des Berliner Dienstleiters zusammen, den die Telekom mit den Spitzeleien beauftragt habe sowie den anteiligen Kosten der Anwaltskanzlei Oppenhoff & Partner, die die Telekom mit der internen Untersuchung der Affäre beauftragt hatte.

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