Hauptversammlung: Epcos sucht Partner

Hauptversammlung
Epcos sucht Partner

Der Hersteller elektronischer Bauelemente Epcos hält angesichts des Wettbewerbsdrucks Ausschau nach Kooperationspartnern.

dpa-afx MÜNCHEN. Diese Suche stünde ganz oben auf der Tagesordnung, sagte Vorstandschef Gerhard Pegam am Mittwoch auf der Hauptversammlung der TecDax-Gesellschaft. "Wir benötigen auch von außen kommendes Wachstum." Im laufenden Geschäftsjahr wollen die Münchner ihre Rendite verbessern und die Ergebnisse steigern.

Epcos erwäge mindestens eine strategische Partnerschaft, sagte Pegam. Ziel sei, Epcos stärker im Wachstumsmarkt Asien zu verankern und bestimmte Technologiefelder auszubauen. "Wir sind diesbezüglich wesentlich weiter als vor einem Jahr, wir sind mit potenten Partnern in sehr konkreten Gesprächen." Epcos liefert elektronische Bauelemente für die Telekommunikation, die Automobil- und die Industrie-Elektronik.

Aufsichtsratschef Klaus Ziegler verwies auf den Wettbewerbsdruck. "Um auf ein Technologieportfolio zugreifen zu können, das umfassend genug ist, um Epcos auf Dauer eine komfortable und weitgehend krisensichere Position auf dem Weltmarkt zu verschaffen, ist das Unternehmen auf Kooperationen mit dem einen oder anderen großen strategischen Partner angewiesen", sagte er. Um fit für den Wettbewerb zu sein, stockt der Bauelemente-Hersteller derzeit auch seinen Bereich Forschung & Entwicklung auf: Weltweit sollen 150 weitere Ingenieure eingestellt werden.

Epcos war im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dabei half den Münchnern auch das freundlichere Konjunkturumfeld und die Trennung vom verlustreichen Geschäft mit Tantal-Kondensatoren. "Die Nachfrage nach elektronischen Bauelementen war - aus allen Abnehmerbranchen und Regionen - insgesamt gut", sagte Pegam. "In der Folge wurden die Fertigungskapazitäten in unserer Branche wieder besser ausgelastet und der Druck auf die Preise ließ von Quartal zu Quartal etwas nach."

Epcos werde auch weiter Geld einsparen. "Eine Erhöhung der Produktivität nicht nur beim Personal, sondern auch beim Materialeinsatz, beim Vertrieb, in der Verwaltung sowie in der Forschung und Entwicklung ist unbedingt erforderlich", sagte der Vorstandschef. Im Zuge des seit fünf Jahren laufenden Einsparprogramms "Compete" habe Epcos seine Kosten bisher um 700 Mill. Euro gesenkt. Epcos baut den Konzern seit einiger Zeit um, dies betrifft das Geschäftsfeld Kondensatoren und Induktivitäten.

So wird der Standort Málaga (Spanien) umstrukturiert: Teile der Fertigung von Folien-Kondensatoren werden in die Niedriglohnländer China und Indien verlagert. In Malaga halbiert Epcos die Mitarbeiterzahl von rund 400 auf etwa 200. Auch in Brasilen streicht Epcos seine Fertigung zusammen. Teile der Produktion werden nach China und Indien, aber auch nach Ungarn verschoben. Der Bauelemente-Spezialist begründet dies mit der Aufwertung des Brasilianischen Real. Dieser Währungseffekt habe die Kosten im "stark Export-orientierten" Werk in Gravataí deutlich erhöht.

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