Hauptversammlung
Freenet-Aufsichtsratchef verteidigt Aktienprogramm

Der Aufsichtsratchef von Freenet, Helmut Thoma, hat das umstrittene Aktienwertsteigerungsprogramm des Unternehmens verteidigt. Es sei zur langfristigen Bindung der Führungskräfte an das Unternehmen „zwingend erforderlich und sinnvoll gewesen“, sagte Thoma auf der Hauptversammlung.

HAMBURG. Mehrere Aktionäre haben im Vorfeld der Hauptversammlung Kritik an Spoerr geübt, der zusammen mit seinem Finanzvorstand Axel Krieger fast die Hälfte des Programms erhält, das einen Umfang von bis zu 50 Mill. Euro hat. Thoma betonte jedoch, das Programm sei auch im Branchenvergleich angemessen. So würden die Freenet-Vorstände dadurch an 3,5 Prozent der insgesamt durch einen Kursanstieg geschaffenen Vermögensvermehrung profitieren. Als Vergleich nannte Thoma den Festnetzanbieter Versatel, dessen Führungsmannschaft beim Börsengang Aktien in Höhe von 3,5 Prozent erhalten habe. „Insgesamt ist die Größenordnung der Programme sehr ähnlich“, sagte Thoma. Die Versatel-Vorstände würden sogar auch ohne Kurs-Steigerungen profitieren.

Experten ließen sich durch diese Erklärungen jedoch nicht beeindrucken. „Die Rechtfertigung ist nicht schlagkräftig“, sagt Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim. „Für Publikumsgesellschaften ist es sinnvoll, sich an Benchmarks zu orientieren, die nicht immer die Spitze der Einkommens-Spannen wiedergeben – insbesondere, wenn sich das Geschäft nicht in einem formidablen Zustand befindet."

Der Aufsichtsratchef nahm Spoerr auch gegen Kritik eines ehemaligen Mitarbeiters in Schutz. Der ehemalige Leiter des Freenet-Rechnungswesen hat Anfang Juni ein Dossier bei verschiedenen Aufsichtsbehörden eingereicht, in dem er Spoerr Vetternwirtschaft und Scheinumsätze vorwirft. Thoma erklärte, das Dossier sei bereits im Jahr 2002 aufgetaucht. Der Aufsichtsrat von Freenet habe es damals eingehend geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Vorwürfe darin haltlos seien. „Die Darstellung der Sachverhalte ist grob fehlerhaft und löst sich bei näherem Hinsehen in Luft auf“, sagte Thoma. Der ehemalige Mitarbeiter zeichne darin eine „Realität, die ausschließlich ihm selbst zugänglich war.“ Obwohl das Dossier bereits fünf Jahre alt sei, werde es immer noch benutzt, um Spoerr zu diskreditieren. „Es wird systematisch versucht, den Ruf von Spoerr in der Öffentlichkeit zu schädigen“, sagte Thoma.

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