Hauptversammlung
Freenet-Chef will bei HV-Niederlage abtreten

Freenet-Chef Eckhard Spoerr will bei einer Niederlage im Machtkampf mit zwei Großaktionären rasch Konsequenzen ziehen. Sollte er auf der Hauptversammlung gegen United Internet und Drillisch unterliegen, werde er sein Amt zur Verfügung stellen, sagte Spoerr.

HB FRANKFURT. „Dann bin ich weg, von einem Tag auf den anderen“, sagte Spoerr der „Welt am Sonntag“. Die beiden Freenet-Konkurrenten, die zusammen zuletzt gut 25 Prozent der Anteile hielten, wollen im Streit um die Firmenstrategie den Aufsichtsrat abwählen und dem Vorstand das Vertrauen entziehen lassen.

Spoerr rechnet nach eigenem Bekunden damit, dass die beiden Unternehmen bis zur Hauptversammlung am 8. August ihren Einfluss weiter ausbauen. „United Internet und Drillisch werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Anteil an Freenet auf 29,9 Prozent aufstocken.“ Damit würden sie unter der Schwelle von 30 Prozent bleiben, die sie zu einem Übernahmeangebot verpflichten würde.

Angesichts der oft geringen Wahlbeteiligung bei Hauptversammlungen könnte ein solcher Stimmanteil aber bereits für eine Abstimmungsmehrheit reichen.

Freenet hat gegen den Willen der beiden Aktionäre den Mobilfunkdienstleister Debitel übernommen. Damit durchkreuzte Spoerr deren Plan, Freenet unter sich aufzuteilen – United Internet ist an dem DSL-Geschäft des norddeutschen Unternehmens interessiert, der Mobilfunkdienstleister Drillisch am Mobilfunkgeschäft.

Der frühere Debitel-Eigentümer Permira wurde im Zuge der Übernahme neuer Freenet-Großaktionär. Der Finanzinvestor hält knapp 25 Prozent.

Nach Spoerrs Worten stehen sich die beiden Lager unversöhnlich gegenüber: „In meinen Augen ist das ein Kampf von Gut gegen Böse.“ Im Zwist mit United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hielt sich Spoerr in dem Interview aber eine Hintertür offen: „Ich hätte kein Problem, mich mit ihm zusammenzusetzen und sachlich zu Ergebnissen zu kommen. Ich bin niemand, der nachtragend ist.“

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