Hauptversammlung: Schlappe für den Apple-Vorstand

Hauptversammlung
Schlappe für den Apple-Vorstand

Der Apple-Vorstand hat auf der Hauptversammlung des kalifornischen IT-Riesen eine Schlappe erlitten. Aktionäre ist es gelungen, ein verändertes Wahlrecht für den Verwaltungsrat durchzusetzen.
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Cupertino

Überraschung auf der von COO Tim Cook geleiteten Apple-Aktionärsversammlung. Ein Aktionärsantrag auf Einführung des Mehrheitswahlrechts für den Apple-Verwaltungsrat hat nach vorläufiger Auswertung der abgegeben Stimmen auf der Aktionärsversammlung eine Mehrheit erhalten. Demnach müssten in Zukunft die Mitglieder des Boards mit einer Stimmenmehrheit gewählt werden, wenn die Zahl der Kandidaten nicht die Zahl der zur Verfügung stehenden Sitze übersteigt. Heute gilt ein Boardmitglied auch dann als wiedergewählt, wenn theoretisch nur eine Stimme auf ihn entfallt und der Rest sich enthalt.

Ein zweiter Antrag auf Einführung einer geordneten Prozedur zur Suche nach einem neuen CEO, falls Gründer Steve Jobs sein Amt niederlegen sollte, wurde dagegen abgelehnt. Jennifer O'Dell von der International Union of North America, die den Antrag eingebracht hatte, zeigte sich enttäuscht vom Ausgang der Abstimmung. "Wir hoffen, dass Apple jetzt Gespräche mit uns aufnimmt", erklärte sie gegenüber dem Handelsblatt. Anderenfalls werde man mit anderen Großaktionären in Kontakt treten und den Antrag im kommenden Jahr wieder einbringen. "Außerdem werden wir den Board für seine Entscheidungen verantwortlich machen", sagte sie. Die Gewerkschaft könnte damit im kommenden Jahr zu den ersten gehören, die von dem neuen Mehrheitswahlrecht profitieren. Sie könnte bei der Wiederwahl den Kandidaten die Stimmen verweigern.

Die vorläufige Stimmenauszählung umfasst nur die Stimmen, die im Vorfeld der Versammlung schriftlich abgegeben wurden. Auf Nachfrage konnte Apple den Prozentsatz dieser Stimmen nicht nennen. Insgesamt lag die Präsenz bei über 81 Prozent der stimmberechtigten Aktien.

Das Endergebnis der Aktionärsabstimmung wird in wenigen Tagen veröffentlicht werden.

Der Apple-Vorstand hatte den Aktionären empfohlen, beide Anträge abzulehnen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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