Hauptversammlung
T-Online-Chef warnt Aktionäre

Seit Jahren versucht T-Online, seine Aktionäre von der Notwendigkeit einer Verschmelzung des Internet-Anbieters mit dem Mutterkonzern Telekom zu überzeugen. Vergebens. Auf der Hauptversammlung startete Vorstandschef Rainer Beaujean einen neuen Anlauf. Seine Argumente wiegen schwer.

HB KÖLN. Vor einigen hundert Aktionären sagte Beaujean am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Köln, im Gegensatz zu Konkurrenten habe T-Online bisher nicht die Möglichkeit, seinen Kunden „alles aus einer Hand“ anzubieten. Das gelte vor allem für Kombi-Angebote aus Internet, Telefonie und Fernsehen, das so genannte Triple Play. Hier könne man erst nach der Verschmelzung erfolgreich agieren, sagte Beaujean und fügte hinzu: „Unsere starke Position am Markt werden wir künftig nur behaupten, wenn wir ebenso als Komplettanbieter auftreten können, wie es unsere Mitbewerber heute schon tun.“ Der Telekom-Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke hatte kürzlich in einem Interview gesagt, bei einer weiteren Verzögerung des Zusammenschlusses entstehe dem Konzern ein Schaden von 740 Mill. Euro.

T-Online will Triple Play in Deutschland im Sommer einführen. In den beiden Auslandsmärkten Frankreich und Spanien soll ein entsprechendes komplettes Angebot bereits in Kürze auf den Markt kommen.

Für die jetzige Hauptversammlung haben Gegner des Zusammenschlusses Anträge auf Sonderprüfung angekündigt. Sie wollen das Verhalten des T-Online-Vorstandes und des von der Telekom dominierten Aufsichtsrates in Zusammenhang mit den Vorbereitungen der Fusion durchleuchten. Die Kritiker vermuten, dass die Telekom ihre Internettochter systematisch in der Entfaltung behindert hat.

Die Telekom hatte 2004 begonnen, ihre erst im Jahr 2000 an die Börse gebrachte Internet-Sparte in den Konzern zurückzuholen. Aktionäre reagierten empört, weil sie für Aktien, die beim Börsengang 27 Euro gekostet hatten, nur knapp 9 Euro erhalten sollten. Mit mehreren Klagen blockieren sie seitdem den Vollzug der Verschmelzung.

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