Hauptversammlung von Telecom Italia
Tunesien ist immer eine Reise wert

Auf der Hauptversammlung des italienischen Ex-Monopolisten Telecom Italia wollte das Management die Entscheidungen des vergangenen Geschäftsjahres verteidigen. Verbitterte Mafiavergleiche, frierende Komiker und laufende Telefone aber sorgten dafür, dass die Veranstaltungen erst zum Happening wurde – und dann zur Farce.

MAILAND. Schon der Eingang ist blockiert. Zu Italo-Rap, Bruce-Springsteen-Rock und Schnulzen wie „Bella Ciao“ tänzeln als Telefone verkleidete Männer, die schwarze Teleskopkabel als Haare tragen. „Mehr Unternehmer, weniger Finanziers“ und „Nein zur Filetierung“ steht auf weißen Laken, die sie am Zaun befestigt haben.

Willkommen bei der Hauptversammlung des italienischen Ex-Monopolisten Telecom Italia. Im Technologiezentrum in Rozzano, im Süden Mailands, zwischen Neubauten, Firmengebäuden und Baustellen, verteidigt das Management vor den Aktionären die Entscheidungen des vergangenen Geschäftsjahres.

Und zu verteidigen gibt es eine Menge, denn der Konzern hat in den vergangenen Monaten nicht nur für Unmut bei Aktionären und Mitarbeitern gesorgt, sondern auch die Politik gegen sich aufgebracht: unternehmerische Kehrtwenden, Abhörskandale und nun der geplante Verkauf des Ex-Staatskonzerns. Fast 1 000 Aktionäre sind zur Hauptversammlung persönlich erschienen – in Italien ist das fast eine Sensation.

Dabei ist der eigentliche Buhmann gar nicht da. Er hat sich entschuldigen lassen. Eine gesundheitliche Unpässlichkeit – deshalb konnte Marco Tronchetti Provera leider nicht kommen. Der ist Chef von Pirelli und war bis zum vergangenen Herbst gleichzeitig Präsident von Telecom Italia. Über die Finanzholding Olimpia kontrolliert Pirelli mit nur 18 Prozent die Geschicke von Telecom Italia. Aber die Finanzholding steht zum Verkauf.

Derzeit verhandelt Telecom-Italia-Hauptaktionär Pirelli mit der amerikanischen AT&T und der mexikanischen America Movil. Doch auch italienische Banken, die Deutsche Telekom und France Télécom gelten als mögliche Interessenten. Wie auch immer: Telecom Italia würde zum dritten Mal seit 1999 den Besitzer wechseln.

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