Hedgefonds fordert Vodafone
Übernahmepreis von Kabel Deutschland wird nicht geprüft

Der streitbare Hedgefonds Elliott fordert vergeblich eine Überprüfung der Bewertung von Kabel Deutschland bei der Übernahme durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone. Nun könnte ein Gericht ins Spiel kommen.
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MünchenDie Bewertung von Kabel Deutschland bei der Übernahme durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone wird vorerst nicht noch einmal durch ein Sondergutachten überprüft. Die außerordentliche Hauptversammlung des Münchner Konzerns lehnte eine entsprechende Forderung des streitbaren Hedgefonds Elliott und anderer Minderheitsaktionäre am Freitag ab. Elliott kündigte an, ein Gericht anzurufen, um die Einsetzung von neuen Sonderprüfern durchzusetzen.

Vodafone hatte den größten Kabelnetzbetreiber Deutschlands im Herbst 2013 inklusive Schulden für 10,7 Milliarden Euro geschluckt. Die Briten zahlten 84,53 Euro je Aktie. Ein Sonderprüfer hielt dagegen einen Wert von 104 Euro für angemessen. Elliott bezifferte den Wert zuletzt auf 225 Euro bis 275 Euro je Titel und hatte die außerordentliche Hauptversammlung durchgesetzt.

Auch andere Anleger kritisierten den Preis als zu niedrig. Der Wert der Aktie liege „weit über dem aktuellen Börsenkurs“, sagte Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Spanne sei „nach oben noch offen“. Durch die Übernahme seien Chancen vertan worden.

Vorstandschef Manuel Cubero verteidigte dagegen den von Vodafone gezahlte Summe als „ein attraktives Verhandlungsergebnis“. Der Preis sei nahezu viermal so hoch wie der Ausgabepreis der Aktie im Jahr 2010 gewesen.

Vodafone kontrolliert seit der Übernahme rund 76 Prozent der Aktien. Von den restlichen Titeln sicherte sich Elliott rund 13 Prozent. Am Freitag ging die Kabel-Deutschland-Aktie mit 120,80 Euro aus dem Handel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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