Hellman & Friedman will sich an Barkapitalerhöhung beteiligen
US-Großaktionär stützt Springer bei Fusion mit Pro Sieben

Der amerikanische Finanzinvestor Hellman & Friedman will der Axel Springer AG bei der geplanten Fusion mit dem TV-Sender Pro Sieben Sat 1 finanziell unter die Arme greifen. Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Springer-Verlags erfuhr, will sich der US-Finanzinvestor nach der Verschmelzung mit rund 200 bis 300 Mill. Euro an einer möglichen Barkapitalerhöhung beteiligen. Die Gruppe ist bereits Großaktionär bei Springer.

HB HAMBURG. Damit würde Hellman & Friedman dem Springer-Verlag aber lediglich bei der Finanzierung des geplanten Übernahmeangebots für die bisherigen Vorzugsaktionäre des TV-Senders helfen. Der Springer-Konzern muss bis zu 1,2 Mrd Euro aufbringen, falls die Vorzugsaktionäre von Pro Sieben Sat 1 das freiwillige Übernahmeangebot in bar annehmen und alternativ auf Vorzugsaktien des Springer-Verlags verzichten.

In Analystenkreisen heißt es, dass dem Springer Verlag ohnehin keine milliardenschwere Abfindung für die stimmrechtslosen Anteile droht. Grund: Die meisten Vorzugsaktionäre des Privatsenders würden das freiwillige Angebot des Berliner Verlags nicht annehmen, da es unattraktiv ausfallen wird. „Die Annahmequote wird sehr gering sein“, sagte ein Analyst einer Großbank.

Nach der Ankündigung der Übernahmepläne war die Notierung des TV-Senders erheblich unter Druck geraten. Sie sank gestern um 0,84 auf 14,18 Euro. Friedrich Schellmoser, Analyst bei der Münchener Hypo-Vereinsbank: „Die Aktien von Pro Sieben Sat 1 sind bei 14 Euro fair bewertet.“

Dennoch bleibt Springer auf dem größten Teil des Kaufpreises sitzen und muss sich hierfür mit mehr als 2,5 Mrd. Euro hoch verschulden. Fraglich ist deshalb, ob sich der Konzern von Immobilien oder anderen Printbeteiligungen trennt, um die Verschuldung zu verringern. Verkäufe hatte der Konzern bislang stets zurückgewiesen.

Hellman & Friedman ist mit 19,4 Prozent am Springer Verlag beteiligt. Der US-Investor besitzt ferner Anteile an Pro Sieben Sat 1, die er nach der Fusion abgibt. Der US-Investor war auf Anfrage für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Eine Sprecherin des Springer-Verlags betonte, dass lediglich gedacht sei, Vorzugsaktien abzugeben. Damit bleiben vinkulierten Stammaktien weiter in den Händen der bisherigen Anteilseigner. Dazu gehört mehrheitlich Verlegerwitwe Friede Springer.

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