Henri-Nannen-Preis
Herausragende Journalisten in Hamburg geehrt

In Hamburg wurden am Abend die besten Journalisten 2011 mit dem begehrten Henri-Nannen-Preis des Gruner + Jahr-Verlags ausgezeichnet. Bei der Gala im deutschen Schauspielhaus waren auch zahlreiche Prominente anwesend.
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HamburgMit einer glanzvollen Gala hat das Verlagshaus Gruner + Jahr am Freitagabend seinen renommierten Henri-Nannen-Preis für die besten journalistischen Arbeiten vergeben. 1200 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur kamen ins deutsche Schauspielhaus in Hamburg, um die Preisträger aus Print- und Onlinejournalismus zu ehren. Unter den Gästen waren neben Hamburgs erstem Bürgermeister Olaf Scholz, Tagesschausprecher Marc Bator und Schauspieler Axel Milberg auch die Chefredakteure zahlreicher Medien. Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

„Qualitätsjournalismus ist mehr als das schnelle Übermitteln von Fakten und Meinungen“, sagte Gruner + Jahr Vorstandschef Bernd Buchholz zur Eröffnung der Preisverleihung. “Recherche, Nachfrage und Selektion: Journalismus soll mehr als das Vordergründige vermitteln“. Um die „Unvergänglichkeit großer Worte und Gedanken“ zu unterstreichen, wurde die Bühne mit klassischen Statuen dekoriert.

Der Preis für die beste Dokumentation ging an ein elfköpfiges Team vom Magazin „Spiegel“ für den Beitrag „Ein deutsches Verbrechen“. Der Artikel analysierte Abläufe, Vorgänge und Verantwortlichkeiten des Bombardements der Tanklaster bei Kunduz. „Sie haben im besten Sinne des Wortes aufgeklärt“, sagte der Laudator, „Focus“-Herausgeber Helmut Markwort. „Ihre Dokumentation ist ein historisches Dokument voller Fakten“, lobte er.

Den Sonderpreis erhielt Susanne Leinemann, die einen brutalen Raubüberfall erlebte und darüber im „Zeitmagazin“ unter dem Titel „Der Überfall“ schrieb. „Sie hat eine exemplarische Geschichte über die Abgründe unserer Gesellschaft geschaffen“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der Übergabe des Preises. Mit professioneller Distanz habe sie ein Stück „außergewöhnlichen Journalismus“ geschaffen.

In der Kategorie Humor wurde Hans Zippert ausgezeichnet. Sein Beitrag „mich trifft der Schlag“ erschien in der Tageszeitung „Die Welt“. „WAZ“-Chefredakteur Ulrich Reitz sagte: „Man muss schon ein Meister seines Faches sein, um über den eigenen Schlaganfall humorvoll herzuziehen“.

Die weiteren Auszeichnungen sollten im Laufe des Abends übergeben werden. Um den Henri-Nannen-Preis 2011 hatten sich Journalisten mit 791 Arbeiten aus dem Jahr 2010 aus 196 Print- und Onlinepublikationen beworben. Eine hochkarätig besetzte Jury wählte daraus die besten ihrer Zunft aus.  Bereits im Vorfeld war bekannt, dass der Preis für das publizistische Lebenswerk an den Sprachkritiker, Autor und Journalisten Wolf Schneider geht. Mit dem Preis für Pressefreiheit wurde die Französische Zeitung „Le Canard enchainé“ geehrt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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