Herber Gewinneinbruch
Sony lässt sich die Laune nicht verderben

Der japanische Elektronikrise Sony hat im abgelaufenen Geschäftsjahr operativ einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Wert drittelte sich im Vergleich zum Vorjahr. In der Zukunft soll aber alles besser werden.

HB TOKIO. Das operative Ergebnis habe bei umgerechnet 439 Mill. Euro (71,75 Mrd. Yen) gelegen nach 1,38 Mrd. Euro im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Sony musste im Berichtszeitraum unter anderem massive Kosten bei der Markteinführung seiner neuen Spielekonsole Playstation 3 schultern, die deutlich teurer ist als das Konkurrenzmodell Wii von Nintendo und sich daher sowohl in Japan als auch in den USA weniger gut verkauft. In der bislang verlustreichen Sparte liefert sich Sony außerdem einen harten Wettbewerb mit dem US-Softwareriesen Microsoft und dessen Konsole XBox.

Was zusätzlich auf die Bilanz drückte, war die Rückrufaktion von Millionen Laptop-Akkus. Hier war es zu mehreren Fällen gekommen, bei denen sich die Akkus überhitzten und letztlich das ganze Notebook in Brand geriet. Fast alle namhaften Laptop-Hersteller hatten die Sony-Akkus verbaut, unter anderem Apple und Dell.

Dass unter dem Strich dennoch ein Gewinnanstieg von 2,2 Prozent auf knapp 772 Mill. Euro ausgewiesen wurde, hat Sony vor allem dem starken Geschäft mit Mobiltelefonen in Form des Gemeinschaftsunternehmens Sony Ericsson zu verdanken, das inzwischen der weltweit viertgrößte Hersteller von Handys ist. Den Umsatz steigerte Sony im Geschäftsjahr um 10,5 Prozent auf 50,7 Mrd. Euro.

Optimistischer Ausblick

Trotz der herben Rückschläge blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft: Für das im April begonnene neue Geschäftsjahr sagt Sony einen operativen Gewinn von 2,7 Mrd. Euro voraus, während Analysten zuletzt im Schnitt nur von 2,3 Mrd. Euro ausgegangen waren. Einkalkuliert seien in der Prognose aber Einnahmen in Höhe von gut 360 Mill. Euro durch den Verkauf von Grundstücken, betonte Sony. Beim Umsatz will der Konzern um 5,8 Prozent zulegen auf 53,6 Mrd. Euro.

Positive Effekte erhofft sich das Management vor allem durch eine Senkung der Produktionskosten für die Playstation 3, von der im laufenden Geschäftsjahr insgesamt 11 Mill. Stück an den Mann und die Frau gebracht werden sollen. Zudem will Sony mit Samsung Electronics eine gemeinsame Fabrik zur Herstellung von LCD-Bildschirmen ins Leben rufen, um so profitabler zu werden. Die Preise für Flachbildschirme sind seit Monaten im freien Fall.

Analysten zeigten sich insgesamt zufrieden mit den Zahlen. Die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres seien trotz des Gewinnrückgangs generell besser als erwartet, sagte etwa Mitsuhiro Osawa von Mizuho Investors Securities. Der schwache Yen und gute Geschäfte mit Fernsehern und Kameras hätten dazu beigetragen. Bei den Spielekonsolen werde es nun interessant sein zu sehen, wie die neue Software ankomme. Die Investoren würden die weitere Entwicklung bei der Konsole genauestens beachten, betonte auch Tomomi Yamashita von Shinkin Asset Management.

Sony-Aktien hatten den Handel in Tokio vor Bekanntgabe der Ergebnisse mit einem Aufschlag von rund 1,3 Prozent verlassen.

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