Hewlett-Packard (HP)
Meg Whitman trennt die Spreu vom Weizen

Hewlett-Packard-Chefin Whitman räumt weiter auf bei dem Computerkonzern: Sie will das PC-Geschäft vom profitableren Rest des Konzerns abspalten, wie HP mitteilte. Das hatte vor ihr schon einmal jemand versucht.
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New York/BangaloreDer krisengeplagte US-Technologiekonzern Hewlett-Packard (HP) spaltet sich auf. Die Entflechtung solle bis zum Ende des Geschäftsjahres 2015 abgeschlossen werden, erklärte das Unternehmen am Montag. In einer Gesellschaft würden die Hardware-Geschäfte mit den Geschäftskunden und die Software-Entwicklung gebündelt, in der anderen das Drucker-Geschäft. Über das Vorhaben hatte zuvor bereits das Wall Street Journal berichtet. HP-Chefin Meg Whitman solle später das Unternehmensgeschäft führen, berichtete das Blatt weiter. Die Leitung des PC- und Drucker-Herstellers solle der HP-Manager Dion Weisler dann übernehmen, HP-Ceo Meg Whitman werde dort den Verwaltungsrat leiten.

Die 58-Jährige hatte eine Abspaltung der PC-Sparte nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bisher ausgeschlossen, wohl auch, weil diese Idee, die schon ihr Vorgänger Léo Apotheker hatte, damals auf wenig Gegenliebe gestoßen war. Als er vor gut drei Jahren dafür plädiert hatte, den PC-Bereich abzuspalten, reagierte die Börse auf darauf mit einem Kurssturz, die Überlegungen wurden nach wenigen Monaten fallengelassen.

In der jüngeren Vergangenheit hatten Investoren und Analysten jedoch wiederholt eine Aufspaltung oder einen Verkauf der PC-Sparte gefordert. Damit könnte sich Hewlett-Packard auf profitablere Aktivitäten wie Computerserver und Datenspeicher für Firmen konzentrieren.

Infografik

PC-Betriebssysteme

Marktanteile weltweit in Prozent


( mit der Maus über die Grafik fahren)

Erst Ende September hatte der US-Onlinehändler Ebay auf Druck von Investoren angekündigt, seinen Bezahlservice Paypal in ein eigenständiges Unternehmen auszugliedern und an die Börse zu bringen.

Der PC-Markt war im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent geschrumpft. Auch wenn er sich jetzt etwas gefangen hat, gelten Personal Computer nicht als besonders lukratives Geschäft.

Das PC-Geschäft von HP, das viele Jahre schwächelte und Rivalen wie Dell zu einem Sanierungsfall machte, wuchs allerdings zuletzt wieder unerwartet deutlich. Verbraucher und Unternehmen ersetzten ihre in die Jahre gekommenen Geräte. In der PC-Sparte gab es im dritten Quartal ein Umsatzplus von zwölf Prozent. In den anderen Bereichen des US-Konzerns lief es dagegen weniger rund, so dass insgesamt die Erlöse nur um ein Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar kletterten. Der Gewinn erhöhte sich geringfügig auf 1,7 Milliarden Dollar.

HP beschäftigt weltweit mehr als 300.000 Mitarbeiter. In diesem Jahr dürfte der Umsatz des 1939 gegründeten Unternehmens bei rund 112 Milliarden Dollar liegen. Im Mai hatte HP angekündigt, bis zu 16.000 weitere Stellen abzubauen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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