Hewlett-Packard mischt PC-Markt mit Billigpreisen auf
Beinharter Wettbewerb zwischen Dell und HP

Der Wettbewerb PC-Hersteller Dell und Hewlett-Packard (HP) hat sich zu einem beinharten Kampf um Marktanteile verschärft. Dell subventioniert mit seinem profitablen Computergeschäft den Einstieg in den Druckermarkt. HP macht mit Dumpingpreisen Jagd auf Dells PC-Kunden.

ruk/je PALO ALTO. Der Vorwurf ärgert Michael Dell jedes Mal, obwohl er ihn schon oft gehört hat: Dell Computer, Round Rock, sei kein Innovator, sondern nur ein Vermarkter von Computern. Auf der Technologiekonferenz „D: All Things Digital“ in Carlsbad, Kalifornien, stichelte jüngst wieder Carly Fiorina, Chefin von Hewlett-Packard, Palo Alto, dass Dell nur verkaufe, was andere erfunden hätten. „Low-cost, low-tech“, billige, simple Technologie, sei die Basis für Dells Geschäftsmodell, höhnte sie.

Abgesehen davon, dass Dell damit zum weltweit führenden Anbieter von Personalcomputern avancierte, machten die Spitzen von Fiorina deutlich, dass sich der Wettbewerb zwischen beiden Firmen zu einem beinharten Kampf um Marktanteile verschärft hat. Beide versuchen, den Rahm von der Milch des anderen zu schöpfen: Dell subventioniert mit seinem profitablen Computergeschäft den Einstieg in den Druckermarkt. HP, die fast drei Viertel des Gewinns aus ihrer dominierenden Stellung bei Druckern bezieht, macht mit Dumpingpreisen Jagd auf Dells PC-Kunden. Mit der Übernahme von Compaq vor zwei Jahren stieg HP, die bis dahin überwiegend auf teure Workstations und Server spezialisiert war, in das Massengeschäft mit PCs ein. Als Konsequenz ist das Unternehmen heute zwischen den starken Wettbewerbern IBM am oberen Ende des Marktes und Dell als kostengünstigstem Massenanbieter eingekeilt.

Fiorina ist zuversichtlich, dass HP den Konkurrenzkampf gewinnen wird. In einem Treffen mit Analysten in San Jose sagte sie am Dienstag voraus, dass der Gewinn pro Aktie des Unternehmens in diesem und in den folgenden Jahren um durchschnittlich ein Fünftel steigen werde. „Wir haben bei der Zusammenführung von HP und Compaq hohe Hürden genommen“, sagte Fiorina. 87 verschiedene Produktlinien seien inzwischen zu einem übersichtlichen Angebot konsolidiert worden und nun wolle HP ihre Stellung bei Computersicherheit, Datenmanagement und digitale Unterhaltungsmedien ausbauen. Fiorina schätzt, dass das Volumen dieser Märkte von gegenwärtig 710 Mrd. $ pro Jahr auf etwa 1000 Mrd. $ wachsen wird.

Analysten sind eher skeptisch. „HP hatte im jüngsten Quartal durch die Bank gute Zahlen“, sagt Humberto Andrade von Technology Business Research. Aber das sei bisher ein Einzelfall gewesen. Analyst Steve Milunovich von Merrill Lynch argumentierte in einer Anfang der Woche veröffentlichten Studie, dass die Trennung des Drucker- und Computergeschäftes in zwei separate Firmen den Aktienkurs heben würde. Die gleiche Forderung hatte vor zwei Jahren Gründersohn Walter Hewlett in seinem bitteren Streit mit Fiorina um die Compaq-Übernahme gefordert.

Das Druckergeschäft ist HPs Perle. Es steuert etwa ein Drittel zum Umsatz, aber fast drei Viertel zum Gewinn bei. Die saftigsten Margen werden dabei nicht mit den Druckern selbst, sondern mit Druckpatronen, Tonern und Papier verdient. Nach langjähriger Dominanz des Druckermarktes ist HPs Kundenbasis der stabilste Erlösbringer des Unternehmens, der jetzt von Dell massiv attackiert wird.

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