Hewlett-Packard
Übernahme wirbelt IT-Service-Markt durcheinander

Die Karten im weltweiten IT-Dienstleistungsgeschäft werden neue gemischt. Mit der Übernahme von EDS durch Hewlett-Packard entsteht ein neuer Gigant, der es in sich hat - auch wenn dies auf den ersten Blick nicht einfach zu erkennen ist.

FRANKFURT. "Das ist für den weltweiten IT-Service-Markt ein echter Paukenschlag", sagt Peter Kreutter von der WHU Otto-Beisheim-Hochschule, und fügt hinzu: "Es ist ein enormer Integrationsaufwand, aber wenn der Plan aufgeht eine sicherlich sinnvolle Ergänzung."

De facto tut sich in der weltweiten Rangfolge der größten IT-Service-Unternehmen durch die Transaktion überraschend wenig. Die kombinierte EDS-HP würde nach Angaben des Marktforschers Gartner mit einem Umsatz von gut 39 Mrd. Dollar auf dem zweiten Platz landen. Dort stand EDS schon bisher. Zwar verringert sich der Abstand zum Marktführer IBM, der bleibt mit gut 54 Mrd. Dollar aber nach wie vor klar an der Spitze.

Dennoch hat die für viele überraschende Transaktion weitreichende Folgen für den weltweiten Markt. Es ist vor allem die strategische Kombination beider Firmen, die für Unruhe sorgen dürfte. HP ist bislang sehr stark in der Auslagerung von IT-Infrastruktur, also etwa den Rechenzentren. EDS hat zwar traditionell ebenfalls in diesem Bereich ein starkes Standbein, verfügt aber darüber hinaus über viel Erfahrung im klassischen Outsourcing von Geschäftsprozessen.

Hinzu kommt das zuletzt durch Übernahmen massiv gestärkte Software-Geschäft von HP. Der IT-Konzern hat sich dabei vor allem auf Werkzeuge zur Integration von IT-Systemen spezialisiert, so genannte Middleware. Sie ist einer der entscheidenden Hebel, um IT-Systeme zu optimieren. Künftig kann HP damit ein Dienstleistungs-Programm anbieten, das in seiner Vielfalt einmalig ist. "Sicherlich allein schon von der Größe her ist es eine Ausnahme-Transaktion. Bei weitem interessanter ist aber der dadurch entstehende ausgewogene Business-Mix von Infrastruktur, Softwarelösungen und Dienstleistungen. Das hatte bis dato so nur IBM zu bieten", sagt Kreutter. HP wird diesen Mix zudem global anbieten können, ein weiterer Vorteil der Mega-Übernahme.

Das wird den Wettbewerbsdruck im hart umgekämpften IT-Service-Markt weiter verschärfen. Er galt viele Jahre lang als Heilsbringer für die IT-Industrie, mit prognostizierten Wachstumsraten von teilweise mehr als 30 Prozent pro Jahr. Doch die hohen Erwartungen wurden niemals erfüllt. Im vergangenen Jahr erreichte der weltweite IT-Service-Markt laut Gartner ein Plus von 10,5 Prozent auf 748 Mrd. Dollar.

Zum einen sind die Unternehmen zögerlicher als erwartet, wenn es darum geht, ihre Informations-Technologie, vor allem die geschäftskritischen Teile, auszulagern. Zum anderen geht der Trend in Richtung des so genannten selektiven Outsourcing. Statt alles an einen Dienstleister zu geben, "schneiden" die Unternehmen ihre IT in Scheiben und geben diese an unterschiedliche Service-Firmen. So haben nach Berechnungen des Beratungsunternehmens TPI im Jahr 2000 lediglich 19 Prozent der Unternehmen auf drei oder mehr Dienstleister zurückgegriffen. 2006 lag der Wert bereits bei 36 Prozent.

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