Hightech-Konzerne
US-Abschwung lässt HP und Microsoft kalt

Nach den überraschend guten Ergebnissen von » Intel und » IBM lassen auch die US-Technologieriesen Hewlett Packard und Microsoft optimistische Töne hören. Auf einer Veranstaltung für HP-Vertriebspartner aus Europa Afrika und dem Nahen Osten bezeichneten HP-Chef Mark Hurd und Microsoft-Boss Steve Ballmer die wirtschaftliche Lage in Nordamerika derzeit als „unübersichtlich“ und „schwierig“.

SAN FRANCISCO. Jedoch, so Hurd, müsse sich erst noch erweisen, ob daraus eine Rezession würde. Die Kreditverknappung sei für viele Geschäftspartner problematisch, er sei hingegen zuversichtlich, dass sich die Situation entspannen werde. „Wirtschaftlich schwierige Zeiten machen es einfacher, die Loyalität von Kunden zu gewinnen“.

Angesichts steigender Preise, vor allem für Energie, und knapper Kredite stellte Ballmer „eine Änderung in der allgemeinen Marktpsychologie“ fest. Allerdings betonte er, dass der Zwang, im Abschwung Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen, gerade für IT-Firmen zusätzliche Chancen biete. Todd Bradley, bei HP verantwortlich für das gesamte Personalcomputer-Geschäft, wies in einem Gespräch mit dem Handelsblatt darauf hin, dass HP mittlerweile fast drei Viertel der Erlöse außerhalb der USA erwirtschaftet. Das Wachstum in Europa, vor allem in Ost- und Südeuropa sowie in Asien sei weiter gut bis sehr gut. „Wir sind ein globales Unternehmen“, sagt Bradley „wir planen immer konservativ und setzen die Pläne aggressiv durch. Was sich derzeit in den USA abspielt, ändert unsere Strategie nicht“.

HP, die im vergangenen Jahr mir rund 150 000 Beschäftigten über 100 Mrd. Dollar umsetzte, 48 Mill. PC sowie über 60 Mill. Drucker auslieferte und weltweit ein Drittel aller Server verkaufte, schüttet jährlich über 300 Mill. Dollar an Provisionen an ihre Vertriebspartner aus. Auf der Veranstaltung in San Francisco verkündete Hurd neue Anreize für leistungsstarke Partner in Form von höheren Rabatten, zusätzlichem Training und gemeinsamer Werbeaktionen. „Wenn Sie mit Ideen für mehr Wachstum kommen, nehmen wir Geld in die Hand“, sagte Hurd.

Hurd, der wie üblich seine Lesebrille kunstvoll auf der Nasenspitze balanciert und Ballmer, der seinen Vortrag mit „blah, blah, blah“ würzte, gelobten, noch enger als bisher mit den Vertriebspartnern zusammen zu arbeiten. Die Mehrheit der bevorzugten HP-Partner ist ebenso wichtig für den Vertrieb von Microsoft-Produkten. „Es wird soviel Information wie noch nie in der Geschichte produziert“, sagte Hurd, und diese Information sei global über das Internet zugänglich. Er lese zum Beispiel das Wall Street Journal nicht mehr für Neuigkeiten, sondern fast nur noch für Kommentare und Analysen.

HPs Pflege ihres weltweiten Netzes von Vertriebspartnern war ein wichtiger Faktor bei der Überrundung des langjährigen PC-Marktführers Dell, der mittlerweile deutlich hinter HP auf Platz zwei liegt. Die beiden anderen Faktoren sind gutes Design sowie Forschung und Entwicklung. Laut Bradley wird HP auf der Funkausstellung in Berlin eine Reihe neuer Produkte vorstellen. Die Trends seien dabei kleiner, schneller, mobiler, leistungsfähiger. Der Konzern stellte jüngst bereits einen so genannten Ultramobilen PC sowie einen Bildschirm mit wesentlich höherer Auflösung bei gleichzeitig geringeren Kosten vor.

Seit Hurd vor drei Jahren an die Spitze von HP berufen wurde, übernahmen HP 21 Firmen und der Umsatz stieg um rund 25 Mrd. Dollar. Er straffte die Organisation, senkte die Kosten und legte hohes Gewicht auf disziplinierte Durchführung von Projekten, vom Forschungslabor bis zum Endkunden. Gleichwohl gab er jetzt von seinen Vertriebspartnern zu: „Der Umgang mit HP ist immer noch nicht einfach und effizient genug. Wir entwickeln uns von einem multinationalen zu einem globalen Konzern und wir müssen daran arbeiten, dass unsere internen Systeme zum Beispiel in Europa über alle Grenzen hinweg nahtlos funktionieren“.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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