Hochgeschwindigkeits-Internet
Telekom und Vodafone planen VDSL-Netz

Die Deutsche Telekom und der britische Vodafone-Konzern schließen sich laut einem Zeitungsbericht für den Ausbau einer neuen Datenleitung für Hochgeschwindigkeits-Internet zusammen. Ab kommendem Jahr wollten die rivalisierenden Unternehmen offenbar weitere deutsche Städte mit dem sogenannten VDSL-Netz ausrüsten.

HB BERLIN. Wie verschiedene Quellen berichten, seien die ersten Nutznießer der Vereinbarung, die beide Konzerne am heutigen Dienstag bekanntgeben wollten, Würzburg und Heilbronn. In beiden Städten sollten bis Spätsommer je rund 50 000 Haushalte Anschluss an das glasfaserbasierte Netz erhalten.

Erst im vergangenen Monat hatte die Telekom ihre Wettbewerber zu Investitionen in ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz aufgerufen. Der Konzern rüstet derzeit sein Netz in den größten deutschen Städten auf, um schnellere Geschwindigkeiten zu erreichen. Die Telekom verlangt Investitionsschutz für ihre Milliardeninvestitionen in VDSL und verhandelt mit den Wettbewerbern über die Konditionen für einen Zugang.

Die Bundesnetzagentur hat den Bonner Konzern bislang nur verpflichtet, den Wettbewerbern Zugang zu den Rohren zu gewähren, damit diese dort selbst mit Glasfaser aufrüsten können. Da auch hier die Konditionen nicht klar sind, gehen einige Konkurrenten den Weg über eigene Netze bis an die Gebäude der Kunden, ohne auf die Infrastruktur der Telekom zurückzugreifen.

2009 werde der DAX-Konzern dafür zwei Pilotprojekte mit Vodafone starten, sagte Telekom-Festnetzchef Timotheus Höttges der Nachrichtenagentur AFP. Der T-Home-Vorstand forderte, der Telekom beim Ausbau des besonders schnellen Glasfasernetzes, dem so genannten VDSL, auch in Zukunft freie Hand zu lassen. "Wir brauchen die Datenautobahn. Diese hohen Investitionen schafft die Branche aber nicht in der bisherigen Regulierungslogik", sagte Höttges mit Blick auf die Vorgaben der Bundesnetzagentur. Diese legt die Preise, die die Konkurrenten der Telekom etwa für die Nutzung der Anschlüsse zahlen, alle zwei Jahre neu fest. Im Rahmen eines Pilotprojekts in Würzburg stellt die Telekom ihre Leerrohre und die Verteilerkästen für Vodafone zur Verfügung. Der Telekom-Wettbewerber kann damit ein eigenes VDSL-Glasfasernetz aufbauen. In Heilbronn wollen die beiden Unternehmen den Ausbau ihrer VDSL-Netze parallel vorantreiben: Dazu verlegen beide parallel in einem Schacht neue Glasfaserkabel und installieren ebenfalls parallel ihre Technik. "Wir probieren technisch aus, wie diese Zusammenarbeit funktionieren kann. Wir zeigen mit dieser Kooperation, dass wir die neuen schnellen Netze nicht monopolisieren wollen", sagte Höttges. Mit dem Ausbau können nach seinen Angaben in den beiden Städten insgesamt rund 100.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden. Der Ausbau des schnellen Internets ist nach Ansicht Höttges' notwendig für die Unternehmen und Menschen in Deutschland. "Die Spaltung verläuft nicht mehr nur zwischen den Menschen mit Zugang zum Internet und ohne, sondern mit schnellem oder langsamem Zugang." Auch eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) habe einen "unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Breitbandversorgung eines Landes und dessen wirtschaftlicher Prosperität" gezeigt. "Wir brauchen in Deutschland eine breite Diskussion, wie die Hochgeschwindigkeits-Infrastruktur entstehen kann", forderte Höttges. Die Konkurrenten der Telekom müssten sich an den Kosten für den Netzausbau fair beteiligen - die Bundesnetzagentur dürfe die Preisvorgaben für die Telekom daher nicht weiter senken. "Wir brauchen mehr Planungssicherheit." Im Breitbandgeschäft habe die Telekom einen Marktanteil von 47%. "Wie sollen wir dann alleine 100% des neuen Netzes aufbauen, wenn gleichzeitig die Vorleistungspreise immer weiter sinken?", sagte Höttges mit Blick auf die sinkenden Gebühren, die die Telekom den Wettbewerbern in Rechnung stellen darf. Höttges stellte zudem weitere Kooperationen in Aussicht: "Wir sind noch in drei weiteren Städten in Verhandlungen". Im klassischen Telefoniegeschäft werde der Bonner Konzern bis zu einem Ende der staatlichen Regulierung allerdings noch schrumpfen, sagte Höttges voraus. "Wir werden wohl noch weitere Marktanteile abgeben müssen." Zur Zeit haben nach Angaben Höttges' noch rund 75% der klassischen Telefonkunden ihren Anschluss bei der Telekom. Eine Stabilisierung des Festnetzes sieht Höttges für das Jahr 2010, der Höhepunkt der Anschlussverluste könnte überwunden sein. "Die Kundenloyalität steigt wieder", sagte er. "Und im neuen Festnetz - dem besonders schnellen Internet und dem Fernsehen übers Internet - da gewinnen wir."

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