Hochleistungsrechner für Datennetze kommt im Juli auf den Markt
US-Netzausrüster Tellabs will in neue Märkte vordringen

Der US-Telekomnetzausrüster Tellabs geht neue Wege: „Wir wollen unser Nischendasein beenden und unseren Kunden umfassendere Lösungen anbieten“, sagte Anders Gustafsson, im Tellabs-Vorstand für das globale Geschäft zuständig, dem Handelsblatt.

slo DÜSSELDORF. Um sein Produktangebot zu erweitern, hat das Unternehmen jüngst für knapp zwei Mrd. Dollar den Glasfaserspezialisten AFC übernommen. Und ab Juli bringt Tellabs einen neuen Hochleistungsrechner für den Datenverkehr im Internet auf den Markt, von dem sich der Konzern einiges erhofft. Fast 100 Mill. Dollar hat der KOnzern in die Entwicklung dieses Rechners gesteckt. Schon bald soll sich das auszahlen. „Wir hoffen, dass das Produkt nächstes Jahr in etwa 30 Netzen steckt“, sagte Gustafsson.

Mit einem Jahresumsatz von knapp 1 Mrd. Dollar gehört Tellabs bislang zu den kleineren, spezialisierten Netzausrüstern. Das Unternehmen erwirtschaftet Bruttomargen von etwa 50 Prozent, hat kaum Schulden und ist daher vergleichsweise gut durch die Krisenjahre der Branche gekommen. „Tellabs ist in vielen Nischenmärkten führend“, schreibt Fritz Kaegi, Analyst bei der Marktforschungsgesellschaft Morningstar, in einer Studie.

Das Unternehmen habe daher auch für die nächsten Jahre gute Aussichten – vorausgesetzt, es senkt seine Kosten weiter und gewinnt neue Kunden außerhalb seiner Heimat. Bislang macht Tellabs 35 Prozent seiner Umsätze außerhalb der USA. Analysten von Goldman Sachs sehen eine weitere Herausforderung für Tellabs: Die Vertriebsmannschaft müsse noch lernen, die neuen Produkte zu verkaufen. „Das Unternehmen hat viele gescheiterte Versuche hinter sich, andere Dinge als reine Transportlösungen zu vertreiben“, schreibt Analyst Brantley Thomson in einer Studie.

Tellabs-Vorstandsmitglied Gustafsson will dieses Defizit offenbar vor allem durch den Preis wettmachen: „Wir haben sehr wettbewerbsfähige Preise und bieten extrem skalierbare Lösungen.“ Schon in der Vergangenheit hat Tellabs auf diese Weise neue Produkte an den Mann gebracht. „Am Anfang nimmt das Unternehmen niedrigere Margen in Kauf, um das später mit hochmargigen Zusatzangeboten zu kompensieren“, sagt Morningstar-Analyst Kaegi.

Von den neuen Produkten erhofft sich Tellabs zweistellige Wachstumsraten und damit mehr Dynamik als die Konkurrenten. Branchenkenner sind davon noch nicht überzeugt. Die Übernahme von AFC sei zwar strategisch sinnvoll, kurzfristig werde sie das Wachstum von Tellabs aber nicht spürbar befördern, sagen Analysten von JP Morgan.

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