Höhere Abfindungen
Streik bei Infineon beendet

Ein Woche währte der Streik im Münchener Infineon-Werk. Nun haben sich Geschäftsführung und IG Metall in der Nacht zum Montag geeinigt. An den Schließungsplänen hält Infineon fest und konkretisierte gar das Datum, doch die Mitarbeiter haben zumindest einen kleinen Sieg errungen.

HB MÜNCHEN. Nach Angaben des Chefs der Autochip-Sparte von Infineon, Reinhard Ploss, ist in einem Ergänzungstarifvertrag für die rund 800 Beschäftigten eine höhere Abfindung vereinbart worden. Die IG Metall habe zuvor ihre Forderung fallen gelassen, den Schließungstermin zu verzögern und auch ihren Anspruch auf Qualifizierungsmaßnahmen verringert. Das Gesamtpaket sei umgeschichtet worden, so dass höhere Abfindungen möglich gewesen seien, teilte Ploss am frühen Montagmorgen in München mit. Der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) habe den Kompromiss vermittelt.

„Das Volumen dürfte über 50 Millionen Euro liegen“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern Werner Neugebauer am Montag in München. Die beiden Parteien hätten sich auf eine höhere Abfindung von 1,32 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr verständigt. Infineon hatte zuvor nur ein Drittel eines Monatsgehalts geboten. Die IG Metall hatte allerdings drei Monatsgehälter gefordert. Für einen Zeitraum von zwölf Monaten werde es zudem wie geplant eine Qualifizierungsgesellschaft geben. Damit bestätigte Werner Informationen aus dem Umkreis der Verhandlungen.

Europas größter Chiphersteller will das 20 Jahre alte Werk nun definitiv Ende März 2007 schließen, da sich dessen Modernisierung nicht lohne. Die Produktion der Chips für Spezialtechnologien soll nach Regensburg und Villach verlagert werden. Damit verlieren die meisten der 800 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz.

Laut IG Metall begann am Montagmorgen eine zweite Urabstimmung, bei der die Beschäftigten des Werkes über die Einigung abstimmen sollten. Infineon erklärte, das Unternehmen gehe davon aus, dass die Fertigung in der Nachtschicht am Montagabend wieder aufgenommen werden könne. Zu Lieferengpässen sei es nicht gekommen, da das Unternehmen auf den Streik vorbereitet gewesen sei.

Vor den Werkstoren hatten sich seit dem 24. Oktober hunderte Arbeiter versammelt, um ihren Unmut über die bevorstehende Schließung kund zu tun und Streikbrecher am Betreten der Fabrik zu hindern. Verhandlungen über einen Sozialplan waren zuvor gescheitert. Bei einer Urabstimmung hatten die in der IG Metall organisierten Beschäftigten mit 92,6 % für den Arbeitskampf gestimmt.

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