Höhere Nachfrage und Sparkurs sollen die Wende bringen
Philips schöpft neue Hoffnung für Halbleitersparte

Der niederländische Elektronikkonzern Royal Philips Electronics NV sieht seine kränkelnde Halbleitersparte wieder auf dem Weg der Besserung. Scott McGregor, der Chef von Philips Semiconductors, hob am vergangenen Freitag gegenüber Analysten die Umsatzprognose für das noch laufende dritte Quartal an. Statt eines Erlöszuwachses von 3 % sollen es nun „ein paar Prozentpunkte mehr“ werden.

jkn FRANKFURT/M. Philips bestätigt damit die Hoffnung der Chipbranche, nach zwei schwierigen Jahren wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren zu können. Mit Intel, TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company), Texas Instruments (TI) und Infineon hatten in den zurückliegenden Tagen fast alle namhaften Halbleiter-Hersteller von einer wieder anziehenden Nachfrage berichtet.

Nach Angaben von Philips sind vor allem Halbleiterbauteile für DVD-Player und Mobiltelefone gefragt. Das bestätigen Wettbewerber wie etwa TI, der einen großen Teil seiner Halbleiter an die Kommunikationsindustrie liefert. Die Texaner hatten Anfang vergangener Woche seine Prognose ebenfalls leicht angehoben.

Angesichts dessen hatten Analysten die guten Nachrichten von Philips erwartet. „Der neue Ausblick ist positiv, aber es hätte mich überrascht, wenn sie nicht ihre Prognose angehoben hätten“, sagte Bert Siebold, Analyst der Bank Oyens & Van Eeghen, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Getrübt werden die Nachrichten freilich durch eine Rückstellung von 150 Mill. Euro, die die Zahlen des dritten Quartals belasten werden. Das Geld ist für die im Frühjahr angekündigte Restrukturierung der Sparte. So will der Konzern zwei unrentable Werke in den USA schließen und 1 600 Stellen streichen.

Dennoch legte die Aktie des Konzerns am Freitag fast 5 % zu. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass McGregor frühere Aussagen bekräftigte, wonach die Chip-Sparte im vierten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben wird. Angesichts der hohen Verluste im zweiten Quartal (minus 139 Mill. Euro) hatten einige Analysten daran gezweifelt, dass dieses Ziel erreicht wird.

Philips kämpft im Halbleiter-Geschäft seit zwei Jahren mit roten Zahlen. Der Konzern hatte massive Kapazitäten aufgebaut, als der Abschwung in der Chipindustrie einsetzte. Die Halbleiter sind mit einem Umsatz von rund 4,1 Mrd. Euro (2002) und rund 31 000 Mitarbeitern die drittgrößte Sparte des Elektronikkonzerns. Chips der Niederländer werden in Mobiltelefonen, Fernseher, LCD-Monitoren, Kraftfahrzeugen und PCs eingesetzt.

Philips ist nach Berechnungen der Gartner Group der neuntgrößte Halbleiter-Produzent der Welt mit einem Anteil von 2,9 %. In Europa steht der Konzern auf Platz drei. Außerdem ist Philips an TSMC beteiligt, dem größten Auftragsfertiger der Halbleiterbranche.

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