Hoffnung auf Markterholung: Qimonda sieht Silberstreif am Horizont

Hoffnung auf Markterholung
Qimonda sieht Silberstreif am Horizont

Qimonda-Chef Kin Wah Loh gibt sich vorsichtig optimistisch: In der zweiten Jahreshälfte rechne er mit einer Erholung des von Überkapazitäten belasteten Speicherchipmarktes, sagte er auf der Hauptversammlung des angeschlagenen Unternehmens. Die Qimonda-Aktie profitierte im frühen Handel von dem positiven Ausblick.

HB MÜNCHEN. Die Infineon -Tochter Qimonda rechnet für die zweite Jahreshälfte mit einer Erholung des von Überkapazitäten belasteten Speicherchipmarktes. "Wir erwarten eine Verlangsamung des Angebotswachstums im Vergleich zum Vorjahr", sagte Qimonda -Chef Kin Wah Loh am Dienstag auf der Hauptversammlung vor nicht einmal zehn Aktionären. "Derzeit haben sich die DRAM-Preise auf niedrigem Niveau stabilisiert, und das verkaufte Volumen im Markt ist gesund." Eine Preiserholung sei allerdings derzeit nicht absehbar. Die Infineon -Aktie legte im frühen Handel gut drei Prozent zu.

Die Speicherchiphersteller hatten zuletzt den Markt mit ihren Produkten überschwemmt. Der Preis für einen Standard-DRAM-Chipsatz, wie er als Arbeitsspeicher in Computern eingesetzt wird, war im vergangenen Quartal auf knapp unter einen Dollar gesunken.

Die Infineon -Tochter hatte im Weihnachtsquartal einen Verlust von knapp 600 Mill. Euro verbucht. In der Folge hatte der weltweit drittgrößte Speicherchiphersteller seine Investitionen stark gedrosselt und den Neubau einer Halbleiterfabrik in Singapur auf Eis gelegt. Um sich von der Computerbranche unabhängiger zu machen, peilt Qimonda an, mehr als die Hälfte seines Absatzes an Unterhaltungselektronikhersteller zu verkaufen. Zudem stieg das Unternehmen, an dem Infineon noch rund 77,5 Prozent hält, wieder in die Entwicklung von Flach-Speichern ein, die vor allem in MP3-Playern und Digitalkameras eingesetzt werden.

Der Infineon -Konzern will sich dennoch weiterhin rasch von Qimonda trennen. "Das Umfeld ist ein wenig schwierig", sagte Infineon -Finanzvorstand und Qimonda -Aufsichtsratschef Peter Fischl am Dienstag in München. Dennoch halte der Konzern am Zeitplan fest: Spätestens bis zur Hauptversammlung 2009 soll die Beteiligung von derzeit gut 77 auf deutlich unter 50 Prozent sinken. Er schließe auch eine frühere Lösung nicht aus, sagte Fischl. "Wir sind nicht auf das Frühjahr 2009 kapriziert."

Der Buchwert der Qimonda -Aktie lag Ende des ersten Quartals 2007/08 (30. September) laut Fischl bei etwa 12 Dollar. Durch die Verrechnung der Verluste ergab sich dieser Wert, einen zusätzlichen Abschreibungsbedarf sah Infineon laut Fischl nicht, obwohl die Qimonda -Aktie in den vergangenen Monaten deutlich darunter lag. "Diese Momentaufnahme ist nicht repräsentativ."

Am Montagabend hatte die Aktie an der US-Börse mit einem Kurs von 5,40 Dollar geschlossen. Der Ausgabepreis im August 2006 hatte 13 Dollar betragen.

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