Hoffnung nach schlechtem Jahr: Telekom erschafft Billigmarke

Hoffnung nach schlechtem Jahr
Telekom erschafft Billigmarke

Das abgelaufene Jahr ist desaströs für die Telekom verlaufen: Der Gewinn brach wegen Kundenschwund, Preisnachlässen und Personalabbau ein. Konzernchef René Obermann glaubt, einen Weg aus der Krise gefunden zu haben: mit einer Billigmarke für Internet und Mobilfunk. Es ist nicht die einzige Veränderung im Konzern.

HB BONN. Die Billigoffensive kündigte Obermann am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Bonn an, wo er auch seine Strategie vorstellte, mit der er den millionenfachen Kundenschwund bei der Telekom stoppen will. Die „unabhängige Zweitmarke“ solle „mit einem eigenen Auftritt, einfachen Angeboten beziehungsweise Festnetz- und Mobilfunk-Bündeln zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen sehr preisbewusste Kundengruppen ansprechen“. Die Telekom will noch vor diesem Sommer mit der Zweitmarke starten. Bis 2010 soll sie einen Umsatz von 1 Mrd. Euro erzielen. Der Name ist noch unbekannt.

Im Internet-Geschäft haben Reseller, die die Leitungen der Telekom anmieten, dem Branchenprimus viele Kunden abgejagt. Hinzu kommt, dass die Kabelgesellschaften verstärkt Internet-Zugänge über ihre eigenen Netze anbieten. Auch Telefonieren übers TV-Kabel ist inzwischen möglich.

Im Mobilfunk-Geschäft hatte E-Plus mit seiner Billigmarke Simyo den Preiskampf Mitte 2005 eingeläutet. Seit dem Simyo-Start sind die durchschnittlichen Handy-Tarife um rund ein Fünftel gefallen; Ende vergangenen Jahres brachte E-Plus den Preis bis auf 10 Cent pro Minute runter.

Marken-Wirrwarr entwirren

Die Marke Telekom will Konzernchef Obermann aufpolieren. Kernpunkt der neuen Strategie ist eine Reduktion auf nur noch zwei Marken. T-Home wird dabei künftig für Angebote zu Hause stehen und T-Mobile für Angebote unterwegs. Bislang waren im Festnetzgeschäft die Telekom-Produkte unter T-Com geführt worden. „Die Tatsache, dass das Internet mobil wird, wird dem Internet noch eine viel, viel größere Bedeutung als bisher geben“, sagte Konzernchef Obermann am Donnerstag. 40 Prozent der neuen Kunden am Markt wolle die Telekom dieses Jahr für sich gewinnen.

50 Städte werden an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz (VDSL) der Telekom angeschlossen oder sind es schon. Zusätzlich werden 750 weitere Städte mit einer aufgerüsteten DSL-Technologie (ADSL2+) erschlossen. Auch in letztgenannten Orten soll damit Internetfernsehen möglich werden. Unterschied ist im Wesentlichen, dass bei ADSL2+ wegen der geringeren Übertragungsbandbreite kein hochauflösendes Fernsehen möglich ist. Die grundsätzlich Absicht, auch Kunden mit normalem Breitband-Anschluss am Internet-TV teilhaben lassen zu wollen, hatte die Telekom schon vor Monaten geäußert. Im Privatkundenmarkt sollen bis Ende 2010 rund 1,5 Mill. Kunden für internetbasiertes Fernsehen gewonnen werden.

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