Hohe Abfindungskosten
Intel baut 10 500 Arbeitsplätze ab

Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel wird bis Mitte nächsten Jahres jede zehnte der rund 100 000 Stellen streichen. Die Einsparungen sollen den Konzern wettbewerbsfähiger machen, denn Erzrivale AMD ist ihm auf den Fersen. Forschung und Entwicklung sowie Produktion kommen glimpflich davon, während es die Verwaltung hart trifft.

HB SAN FRANCISCO. Die Stellenstreichungen gab der Konzern am Dienstagabend nach US-Börsenschluss bekannt und bestätigte damit entsprechende Medienberichte aus der Vorwoche. Die Maßnahme sei Teil einer Umstrukturierung des Unternehmens, um den sinkenden Gewinnen entgegenzutreten und wieder Marktanteile zurückzugewinnen, begründete das Unternehmen den Schritt.

„Diese Maßnahmen sind zwar hart, aber unentbehrlich, damit Intel ein agileres und effizienteres Unternehmen werden kann, nicht nur für dieses Jahr oder das kommende, sondern auf Jahre hinaus“, sagte Intel-Chef Paul Otellini. In diesem Jahr sollten 1 Mrd., im kommenden 2 Mrd. und in 2008 gut 3 Mrd. Dollar eingespart werden. Vorerst kommen auf Intel aber durch die Abfindungen Kosten von etwa 200 Mill. Dollar zu.

Es ist der größte Stellenabbau bei Intel seit 21 Jahren. Die Gesamtzahl von 10 500 Arbeitsplätzen umfasst den Angaben zufolge 1 000 Manager, die bereits im Juli entlassen wurden, sowie die Arbeitskräfte von zwei Sparten, die in den vergangenen Monaten verkauft wurden. Von den weiteren Kürzungen seien vor allem das Management und das Marketing betroffen.

Unmittelbarer Anlass der Entlassungswelle ist der Gewinneinbruch, den der Konzern im zweiten Quartal verbuchte. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 56 Prozent weniger, weil es die Preise im Wettbewerb mit dem Konkurrenten AMD senken musste. Dieser hatte durch günstige Preise und neue Produkte wie Doppelkern-Prozessoren Marktanteile hinzugewonnen.

Der geplante Stellenabbau lag im Rahmen der jüngsten Markterwartungen. So hatten Wall-Street-Analysten von mindestens 10 000 Arbeitsplätzen gesprochen, die gestrichen werden sollten.

Nachbörslich verloren Intel-Papiere um 1,3 Prozent auf 19,74 Dollar.

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