Hohe Kosten durch „Prime“-Programm
Sinkende Margen drücken Amazon-Ergebnis

Der weltgrößte Internet-Einzelhändler Amazon hat im ersten Quartal wie erwartet einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen, seinen Umsatz aber gesteigert. Die Amazon-Aktie legte nachbörslich zu.

HB SEATLLE/NEW YORK. Das Geschäft wurde nach Angaben von Amazon durch steigende Ausgaben und sinkende Gewinnmargen belastet, teilte der Internet-Händler am Dienstag nach Handelsschluss an der Wall Street mit. So stiegen die Ausgaben für Technik und Inhalte im Quartal um mehr als 50 Prozent. Viele Amazon-Kunden meldeten sich für das Programm „Amazon Prime“ an, durch das sie Liefer-Rabatte erhalten. Das Programm bedeutet für Amazon hohe Kosten, was Branchenexperten seit längerem Sorge bereitet. Amazon erhofft sich durch „Prime“ aber eine verstärkte Kundenbindung und langfristig positive Effekte. Das Unternehmen bietet mit Prime für 79 Dollar pro Jahr unbegrenzte Warenlieferungen innerhalb von zwei Tagen an. Zudem belasteten Kosten für Aktienoptionen für Mitarbeiter mit 26 Mill. Dollar oder 0,06 Dollar je Aktie das Ergebnis.

Amazon liegt in der Popularität der Einzelhandels-Seiten im Internet nach Ebay auf Rang zwei und hat mit einer Abschwächung des Umsatzwachstums auf Grund des verschärften Wettbewerbs zu kämpfen. Die operativen Margen sanken unter anderem im Zuge höherer Ausgaben für Technologie.

Der Reingewinn im ersten Quartal habe 51 Mill. Dollar oder zwölf Cent je Aktie betragen, teilte Amazon am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Damit wurden die Erwartungen von Analysten erfüllt. Vor einem Jahr hatte Amazon noch 78 Mill. Dollar verdient. Der Umsatz kletterte auf 2,28 Mrd. Dollar von 1,90 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt 2,23 Mrd. erwartet. Für das zweite Quartal sagte Amazon einen Umsatz zwischen 2,03 und 2,18 Mrd. Dollar voraus. Analysten erwarten bislang im Schnitt 2,08 Mrd. Dollar.

Die Ausblicke für das zweite Quartal und das Gesamtjahr lagen dagegen leicht über den Schätzungen. Für das zweite Quartal erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 2,03 und 2,18 Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr werden zwischen 9,95 und 10,5 Mrd. Dollar erwartet. Die Schätzungen der Analysten liegen bei 2,09 Mrd. Dollar für das Quartal und 10,07 Mrd. Dollar für das Gesamtjahr. Der Vorstandsvorsitzende von Amazon, Jeff Bezos, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, er rechne mit einem Nachlassen der für die geringeren Gewinnmargen verantwortlichen Ausgaben noch in diesem Jahr.

Der Branchenexperte Safa Rashtchy von Piper Jaffray sagte, der Kostenanstieg bei Amazon könnte seinen Höhepunkt erreicht haben. Sein Kollege Martin Pyykkonen von Hoefer & Arnett nannte den jüngsten Umsatzanstieg positiv. Allerdings sei es eine wichtige Frage, ab wann sich der Umsatz-Zuwachs abschwäche auf einen Wert in der Größenordnung von etwa 15 Prozent.

Im nachbörslichen Handel bestand nach Vorlage der Quartalszahlen rege Nachfrage nach Amazon-Titeln. Die Aktie legte auf Handelsplattform Nasdaq um 0,6 Prozent auf 35,77 Dollar zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%