Hohe Kosten für neue Technik
KDG beglückt Kunden mit Fernseh-Internet-Telefon-Anschluss

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) treibt das so genannte Triple Play voran. Damit ist die Verknüpfung von Fernsehen, Internet und Telefonie gemeint. Immer mehr KDG-Kunden beziehen die drei dienste über ihren Kabelanschluss. Die hohen Kosten für die neue Technik lasten aber auf der Zwischenbilanz.

HB MÜNCHEN. „Kabel Deutschland hat in weniger als zwei Jahren den Einstieg in den Pay-TV- und in den Telekommunikationsmarkt geschafft“, erklärte KDG-Geschäftsführungssprecher Christof Wahl am Dienstag in München. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2008/2009 will Kabel Deutschland 90 Prozent der 15,6 Mill. anschließbaren Haushalte fürs Triple-Play ausgerüstet haben. Auf diesem Erfolg dürfe man sich aber nicht ausruhen. Denn Geld verdient KDG im Moment nicht.

Nach Steuern verbuchte die KDG im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006/2007, das am 31. März endet, einen Verlust von 15,8 Mill. Euro nach einem Gewinn von 8,9 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging von 107,4 auf 90,5 Mill. Euro zurück. Grund seien vor allem Anlaufverluste durch den beschleunigten Aufbau neuer Geschäftsbereiche, hieß es. Der Gesamtumsatz stieg um 5,8 Prozent auf 265,7 Mill. Euro.

Insgesamt zählte das Unternehmen per Ende Juni 10,284 Mill. so genannte Umsatzquellen, also einzelne Kabelfernseh-, Internet- sowie Telefonanschlüsse. Die KDG verwendet den Begriff Umsatzquelle, da ein Kunde jeweils einen Vertrag für mehrere Produkte abschließen kann. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde sei von 7,25 Euro im Vorjahr auf 7,50 Euro gestiegen, hieß es.

Internet und Telefon übers Kabel boomen

Im Gesamtjahr wolle man den Konzernumsatz von gut 1 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr um einen einstelligen Prozentbetrag steigern, sagte ein Unternehmenssprecher. Beim Ebitda werde man wegen der Anlaufverluste voraussichtlich unter dem Vorjahreswert von 401,3 Mill. Euro bleiben.

Seine digitalen Fernseh-Programmpakete konnte Kabel Deutschland bis Ende Juni etwa 549 000 Mal verkaufen. 70 000 neue Verträge für das digitale Abo-Fernsehen seien im ersten Quartal 2006/07 geschlossen worden. Bei schnellen Internetzugängen und der Telefonie über das Fernsehkabel vervielfachte sich die Kundenzahl von 15 000 Ende Juni 2005 auf 162 000 Ende Juni dieses Jahres. Die Zahl der Kunden mit Kabelanschluss stieg in dem Zwölfmonatszeitraum leicht von 9,568 Mill. auf 9,573 Mill. per Ende Juni 2006.

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