Hohe Schulden
Sharp sieht Existenz bedroht

Für Sharp wird es brenzlig: Der japanische Elektronikhersteller schreibt so große Verluste, dass er seinen Fortbestand in Gefahr sieht. Ein Sparkurs und Allianzen mit anderen Firmen sollen ihm aus dem Minus verhelfen.
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TokioDer in tiefroten Zahlen steckende japanische Elektronikkonzern Sharp kämpft um seine Existenz. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal netto und operativ schwere Verluste verbucht und leidet unter einem massiven Kapitalabfluss. „Das stellt die Fortführung unseres Unternehmens erheblich in Frage“, musste der Konzern am Donnerstag in einer Börsenmitteilung zugeben. Als Konsequenz prüfe man nun Allianzen mit anderen Firmen.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Sharp einen Rekord-Nettoverlust von 450 Milliarden Yen (umgerechnet 4,3 Milliarden Euro), doppelt so viel wie zuvor prognostiziert. Im Vorjahr hatte das Unternehmen bereits gut 376 Milliarden Yen verloren.

Der Konzern leidet unter der sinkenden Nachfrage nach Fernsehern, auch das Geschäft mit Solar-Technik läuft derzeit nicht gut. Zudem kann er im boomenden Markt der Smartphones und Tablet-Computer seine Displays nicht so gut verkaufen wie die Konkurrenz. Sharp ist größter Hersteller von Flüssigkristall-Bildschirmen in Japan.

Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr rechnet Sharp nun mit einem operativen Verlust von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro (155 Milliarden Yen) nach zunächst 100 Milliarden Yen. Für das zweite Halbjahr erwartet Sharp nach eigener Aussage dennoch einen operativen Gewinn, nachdem die ersten sechs Monate mit einem Verlust von 168,9 Milliarden Yen beendet wurden. Seit Anfang des Jahres hat der Kurs der Sharp-Aktie mehr als 75 Prozent verloren. An der Tokioter Börse verbilligte sich das Papier vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen um 1,7 Prozent.

Auf Sharp lasten hohe Schulden. Ende September handelte das Unternehmen einen neuen großen Kredit aus, um etwas Druck bei der Bedienung von Verbindlichkeiten herauszunehmen. Zudem verhandelt Sharp schon seit März über einen groß angelegten Einstieg des Auftragsherstellers Foxconn. Allerdings stecken diese Gespräche wegen des dramatischen Kurseinbruchs der Sharp-Aktie fest. Um Kosten zudrücken, streicht Sharp unter anderem mehr als 10 000 Stellen.

Auch Sony und Panasonic setzen den Rotstift an. Alle drei japanischen Konzerne haben Mühe, den Anschluss an die mächtige Konkurrenz von Samsung und Apple nicht zu verlieren.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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