Hoher Quartalsverlust
Infineon schockt die Anleger

Der Münchener Halbleiterhersteller Infineon ist zum Start ins neue Geschäftsjahr deutlich tiefer in die roten Zahlen gerutscht als bislang erwartet. Auch der Umsatz ging deutlich zurück.

HB MÜNCHEN. Vor allem der Preisverfall bei Speicherchips bescherte dem Unternehmen einen Nettoverlust von 183 (Vorquartal: minus 100) Mill. Euro, wie Infineon am Freitag überraschend mitteilte. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel der Verlust von Oktober bis Dezember mit 122 (minus 43) Mill. Euro mehr als doppelt so hoch aus wie von Analysten im Durchschnitt erwartet, der Gewinn nach Steuern sogar rund als drei Mal so hoch. Der Umsatz von Infineon blieb mit 1,67 (1,73) Mrd. Euro nur leicht hinter den Prognosen zurück. Die Aktie brach mehr als vier Prozent ein und war mit Abstand der größte Verlierer im Deutschen Aktienindex Dax.

Allein die vor der Abspaltung stehende Speicherchip-Sparte musste einen Ebit-Verlust von 118 Mill. Euro hinnehmen. Analysten hatten bereits erwartet, dass der Bereich, der an die Börse gebracht werden soll, im Weihnachtsquartal gebeutelt werden würde. Das Ausmaß des Verlusts überraschte allerdings selbst die Experten. Auf dem schwer absehbaren und schwankungsanfälligen Markt für DRAM-Chips herrscht starker Preisdruck. Unternehmenschef Wolfgang Ziebart will den Bereich durch neue Technologien krisenfester machen. Im vierten Quartal hatte der Bereich wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Stückkosten zu hoch

Infineon ist es Analysten zufolge noch immer nicht gelungen, die Stückkosten bei den Speicherchips so weit zu senken, dass das Unternehmen damit Geld verdient. Die zuletzt deutlichen Fortschritte bei den Kosten seien im Dezember ins Stocken gekommen, sagte Analyst Oliver Drebing von SES Research.

Infineon will das schwankungsanfällige Speicherchip-Geschäft, das rund 40 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, abspalten und vermutlich an die Börse bringen. Solange die Münchener aber noch die Mehrheit halten, muss der Bereich voll in die Ertragsrechnung einbezogen werden.

Die Entwicklung der zwei Logikchip-Segmente habe mit einem Ebit von 30 Mill. Euro die Erwartungen des Unternehmens hingegen übertroffen, hieß es. Während der Logikbereich Kommunikation einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 21 Mill. Euro eingefahren habe, habe das Automobil- und Industrie-Segment mit einem Ebit von 51 Mill. Euro den Logikbereich insgesamt ins Plus gedreht. Die Entwicklung in den Logiksegmenten konnte den signifikanten Rückgang des Ebit bei den Speicherprodukten nicht ausgleichen.

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