Holding-Gesellschaft AHL erwägt Ausstieg bei Ufa-Nachfolger Kieft & Kieft
Australische Kino-Holding schreibt deutsche Beteiligung ab

Der Ausverkauf der deutschen Kinoindustrie geht weiter. Die australische Amalgamated Holdings Limited hat jetzt auf ihr Investment in der Lübecker Kinokette Kieft & Kieft Filmtheater GmbH 70,4 Mill. australische Dollar (rund 41 Mill. Euro) abgeschrieben.

pos DÜSSELDORF. Zu Kieft & Kieft gehört auch eine 50 %-Beteiligung an der Neue Filmpalast GmbH & Co HG, die 31 Kinos der Marke Ufa betreibt. Man überlege, wie man mit dieser Beteiligung weiter verfahren werde, teilte die AHL weiter mit. Der Rest der Anteile der Neue Filmpalast liegt bei der kanadischen Onex-Gruppe.

Als Grund für die hohen Abschreibungen und den möglichen kompletten Rückzug aus dem deutschen Kinomarkt nannte die AHL in einer Pflichtmitteilung an die Börse Sydney, dass eine schnelle Erholung des Marktes nicht in Sicht sei. Zwischen Dezember 2003 bis April 2004 seien die Besucherzahlen erneut um 8 % sowie die Ticketeinnahmen um gut 14 % eingebrochen.

AHL hatte 1998 Kieft & Kieft zunächst zu 50 % und im Dezember 2002 dann ganz übernommen, um die Kontrolle über das Kinoimperium zu bekommen, das zu diesem Zeitpunkt bereits auf Talfahrt war.

Kieft & Kieft hatte vergangenes Jahr den Betrieb von 31 Ufa-Kinos übernommen und in die neu gegründete Neue Filmpalast eingebracht. Der Großteil der Immobilien blieb im Besitz der Ufa Theater AG, die aber mittlerweile Insolvenz anmelden musste.

Die AHL rechnet damit, dass sie ein Ausstieg aus dem Joint Venture sieben Mill. australische Dollar kosten könnte. Welche Auswirkungen die Ankündigung der Australier auf die Ufa-Kinos haben kann, ist unklar. Kieft & Kieft war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Verkauf der Filmpalast-Anteile wäre vorläufiger Höhepunkt der Branchenkrise. Auch bei der angeschlagenen Kinokette Cinemaxx zeichnet sich ein Eigentümerwechsel ab. Der Münchener Filmhändler Herbert Kloiber hat angekündigt, er wolle Cinemaxx Großaktionär werden. Laut „Süddeutscher Zeitung“ übernimmt Kloiber den 25-Prozent-Anteil des insolventen Filmrechtehändlers Senator Film.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%