Hollywood
Paramount schluckt Dreamworks

Paramount Pictures, die Filmsparte des US-amerikanischen Medienriesen Viacom, kauft den Hollywood-Nachbarn Dreamworks. Mit im Paket steckt ein großer Name: Steven Spielberg.

HB LOS ANGELES. Der Kaufpreis beträgt 1 Milliarde Dollar in bar; hinzu kommen 600 Mill. Dollar Dreamworks-Schulden. Dies hat Viacom am Sonntag bekannt gegeben. Laut US-Medienberichten wird Paramount aber lediglich 200 Mill. Dollar eigenes Kapital für die Übernahme einsetzen. Den Rest sollen externe Investoren bereitstellen.

Dreamworks produziert vor allem Spielfilme und Fernsehshows. Paramount erhält durch den Kauf nicht nur Zugriff auf eine Bibliothek mit insgesamt 60 Filmen – darunter Hits wie „Gladiator“. Dreamworks hat auch 9 neue Filme im Schrank, die im nächsten Jahr anlaufen werden. Das verdoppelt das Gesamtangebot von Paramount für 2006 auf 18 Streifen. Im abgelaufenen Jahr rangierte das Paramount mit Kasseneinnahmen von fast 800 Mill. Dollar auf Platz sechs der Branche. Dreamworks verbuchte Erlöse in Höhe von 499 Mill. Dollar.

„Sie bekommen die Bibliothek und den Namen Spielberg“, sagte Laura Martin, Analystin beim Investmenthaus Soleil Securities in Pasadena. Denn Dreamworks wurde 1994 vom Regisseur Steven Spielberg und seinen beiden Partnern Jeffrey Katzenberg und David Geffen gegründet. Nach anfänglichen Erfolgen mit Filmhits wie „Der Soldat James Ryan“ (1998) und „American Beauty“ (1999) geriet das Studio in den vergangenen Jahren allerdings in Schwierigkeiten. Zuletzt erwies sich der teuer gedrehte Film „The Island“ als Flop.

Nicht verkauft worden ist die Tricksparte, die Dreamworks Animation SKG. Sie war von Spielberg und seinen Partnern vergangenes Jahr an die Börse gebracht worden und wird heute von Katzenberg geführt. Paramount hat sich allerdings die Vertriebsrechte gesichert. Zu Dreamworks’ bekanntesten Animationsfilmen gehört der Kassenschlager „Shrek“.

Paramount will das eigene, kränkelnde Filmgeschäft durch den Kauf stärken und verspricht sich durch die Produktionspartnerschaft mit Spielberg und dem Show-Business-Magnaten Geffen enorme Impulse. Spielberg und Geffen sollen jährlich 4 bis 6 Spielfilme produzieren, bei einer angestrebten jährlichen Paramount-Produktion von insgesamt 14 bis 16 Filmen.

Paramount-Mutter Viacom ist derzeit in einem Umstrukturierungsprozess. Das Unternehmen will bis zum Ende des Jahres seine schnell wachsenden Kabel- und Filmsparten ausgliedern. Der Konzern hofft, dass die beiden Unternehmen durch die Ausgründung so an Wert gewinnen. In den vergangenen Jahren hatten die schwächeren Fernseh- und Rundfunk-Geschäfte die Viacom-Aktien belastet. Anfang des Jahres hatte Viacom-Chef Sumner Redstone das Management bei Paramount ausgewechselt. Der neue Firmenchef Brad Grey soll das Studio nun wieder zurück in die schwarzen Zahlen bringen.

Hollywood-Größe Spielberg bedauerte es, dass nach langen Verhandlungen und vielen Kompromissen keine Einigung mit General Electric getroffen werden konnte, der Muttergesellschaft des ebenfalls an Dreamworks interessierten Filmstudios NBC Universal.

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