Hollywood-Studio
Metro-Goldwyn-Mayer sucht einen Käufer

85 Jahre nach seiner Gründung sucht das Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) einen Käufer. Dies sei eine von mehrere Optionen, um das Überleben des Unternehmens zu sichern, teilte MGM mit.
  • 0

HB LOS ANGELES. MGM, das Zuhause von James Bond, kündigte an, diverse Optionen bis hin zu einer Übernahme oder einer Fusion zu prüfen. Metro-Goldwyn-Mayer kämpft mit einer Verschuldung von rund vier Mrd. Dollar. Die Gläubiger hätten MGM einen weiteren Aufschub bis Ende Januar gegeben, um die Zinsen auf Schulden von 3,7 Mrd. Dollar zu zahlen, erklärte das Unternehmen. Außerdem wird im April ein Kredit an JPMorgan über 250 Mio. Dollar fällig.

Experten schätzten den MGM-Wert auf 1,5 bis drei Mrd. Dollar, schrieb die "New York Times". Das Wertvollste an dem Konzern neben den Bond-Rechten ist die Filmbibliothek mit mehr als 4 000 Streifen, darunter "Rocky" oder "Manche mögen's heiß". Zuletzt produzierte MGM nur noch wenige Filme pro Jahr, die nächste Bond-Folge wird im Jahr 2011 erwartet.

Das traditionsreiche Studio, zu dessen größten Erfolgen unter anderem Ben Hur, Meuterei auf der Bounty und Doktor Schiwago zählen, gehört vor allem den Finanzinvestoren Providence Equity Partners und TPG, die jeweils 29 und 21 Prozent halten, sowie dem Elektronik-Riesen Sony und dem Kabelkonzern Comcast mit jeweils 20 Prozent. Sie hatten MGM vor rund fünf Jahren für fünf Mrd. Dollar gekauft. Wie so oft bei Geschäften dieser Art, landete ein Großteil des Kaufpreises anschließend als Schulden in den Büchern des gekauften Unternehmens. Allein die Zinszahlungen beliefen sich auf 250 Mio. Dollar im Jahr, berichtete das "Wall Street Journal" im Sommer.

Im August ersetzte MGM den Firmenchef überraschend durch eine Dreier-Spitze, zu der auch ein Sanierungsexperte gehört. Dies löste umgehend Spekulationen über geschäftliche Probleme aus.

Kommentare zu " Hollywood-Studio: Metro-Goldwyn-Mayer sucht einen Käufer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%