Holtzbrinck-Tochter gibt sich für 2004 optimistisch
Handelsblatt-Gruppe macht weiter Gewinn

Trotz der schwierigen Lage in der Printbranche und der anhaltenden Schwäche des Werbemarktes hat die Düsseldorfer Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH (VHB) ihre führende Marktstellung im Bereich Wirtschafts- und Finanzinformationen ausgebaut und schreibt weiter schwarze Zahlen.

HB FRANKFURT. Das Tochterunternehmen der Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck steigerte seinen Marktanteil am Brutto-Anzeigenumsatz bei den klassischen Wirtschaftsmagazinen auf 51,07 % (2002: 49,06 %). Allerdings sank der Umsatz der VHB im vergangenen Jahr um rund 10 % auf 264 Mill. Euro (2002: 294 Mill. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug rund 1 Mill. Euro. Im Vorjahr lagen die Erträge auf einem vergleichbaren Niveau. Für 2004 gibt sich Harald Müsse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt optimistisch. „Wir rechnen mit einem operativen Ergebnis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“, sagte der VHB-Chef gestern in Frankfurt. Bereits in den ersten drei Monaten seien die Planzahlen übertroffen worden. „2004 hoffen wir, wieder mit Stolz auf unser Ergebnis blicken zu können“, sagte Müsse.

Trotz einer Stimmungsverbesserung im Markt der Wirtschaftsmedien, die sich bereits zum Ende des vorigen Jahres abgezeichnet hat, rechnet Müsse nicht mit einer Kehrtwende: „Wir glauben nicht an große Wachstumsraten im Anzeigenbereich.“ Der Markt für Wirtschaftsinformationen sei durch die übrig gebliebenen Printprodukte aus der Zeit des Börsenbooms übersättigt.

Die VHB habe daher für 2004 vorsichtig geplant. Müsse: „Wo wir Umsatzzuwächse erwarten, resultieren diese aus der Entwicklung und Umsetzung neuer Initiativen und Objekte.“ Deshalb will die Verlagsgruppe neben der Stärkung ihrer Kernmarken „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“, „Junge Karriere“ und „Euro“ neue Titel und Beilagen entwickeln.

Erst vor wenigen Monaten hatte die VHB das vierteljährlich erscheinende Geldanlage-Magazin „New Investor“ auf den Markt gebracht. Ende Juli wird das erste Wellness-Magazin für Manager, „Enjoy your life“, erscheinen. Beide werden als Beilage im Handelsblatt sowie in den Magazinen Wirtschaftswoche und Euro publiziert.

Freude bereiten der Verlagsgruppe derzeit die Fachmedien. 2003 stieg der Umsatz der 40 Titel auf 66 Mill. Euro (Vorjahr: 62 Mill. Euro). „2003 war das beste Jahr, das wir je hatten“, sagte Uwe Hoch, Geschäftsführer der Fachmedien. Mit neuen Titeln wie „Steuer-Journal“ und „Der Aufsichtsrat“ bauten die Fachmedien ihre Position aus. „5 % Wachstum sind für uns machbar“, prognostiziert Hoch für das laufende Jahr.

2003 war von der schwierigen Situation im Anzeigenmarkt geprägt. Im vergangenen Jahr verschärfte die Verlagsgruppe daher ihren Sparkurs. Die Kosten wurden um 24 Mill. Euro gesenkt. Gespart wurde besonders in Einkauf und Verwaltung sowie beim Personal. Die Zahl der im Inland beschäftigten Mitarbeiter sank um 7,8 % auf 1 141.

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