Hongkonger Mischkonzern will die Probleme in der Mobilfunksparte bis zum nächsten Jahr lösen
Hutchison verspricht Gewinne mit UMTS

Der Mischkonzern Hutchison Whampoa unter Führung von Li Ka-shing, dem reichsten Mann Hongkongs, hat seinen Reingewinn im abgelaufenen Jahr deutlich gesteigert – um knapp 40 Prozent auf 16,1 Mrd. Hongkong-Dollar (umgerechnet 1,6 Mrd. Euro).

slo/HB DÜSSELDORF. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Dieses Plus gelang allerdings nur dank massiver Verkäufe von Beteiligungen, wie etwa dem Anteil von 20 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen mit Procter & Gamble in China. Der junge und für das Unternehmen wichtige Geschäftsbereich Mobilfunk fuhr dagegen einen Nettoverlust von 25,3 Mrd. Hongkong-Dollar ein (etwa 2,5 Mrd. Euro) ein.

Das werde sich im laufenden Jahr ändern. „Der Nettoverlust wird viel, viel niedriger ausfallen“, sagte Li Ka-shing. Er will die Mobilfunktochter in Italien in der zweiten Jahreshälfte an die Börse bringen, die britische Mobilfunktochter soll später folgen. Dies soll dem Konzern helfen, zumindest einen Teil der etwa 20 Mrd. Euro wieder reinzuholen, die Hutchison bislang ins Geschäft mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS gesteckt hat. Viele hätten auf Grund dieser Ausgaben das UMTS-Geschäft in Frage gestellt, sagte Canning Fok, geschäftsführender Direktor bei Hutchison. Mit einem Börsengang werde man den Wert dieser Investitionen aber deutlich machen.

Die Hongkonger betreiben unter anderem Mobilfunknetze in Großbritannien und Italien, Schweden und Dänemark und sind in all diesen Ländern Neueinsteiger in diesem Markt. Der Konzern legte im März 2003 mit UMTS in Europa los und war damit der erste Anbieter dieser neuen Mobilfunktechnik, die die mobile Datenübertragung schneller macht und neue Dienste wie Videotelefonie mit dem Mobiltelefon ermöglicht. Insgesamt hat Hutchison acht Millionen Mobilfunknutzer, die meisten davon in Italien und Großbritannien – nach einer Million im Jahr zuvor. Ende 2005 soll diese Zahl auf mindestens zehn Millionen steigen.

2003 verfehlte das Unternehmen auf Grund technischer Probleme seine Kundenziele. Das Nutzerwachstum hat sich erst im vergangenen Jahr beschleunigt, als die Experten die Technik in den Griff bekamen und eine größere Auswahl an UMTS-Mobiltelefonen auf den Markt kam.

Größtenteils hat sich Hutchison die Nutzer aber mit hohen Handy-Subventionen und sehr aggressiven Preisen erkauft. Im Durchschnitt lagen die Kosten für das Anwerben eines neuen Kunden bei 271 Euro und damit höher als bei Konkurrenten. Diese Ausgaben werden nach Angaben von Hutchison in diesem Jahr deutlich sinken, da inzwischen UMTS-Geräte auch deutlich günstiger geworden sind.

Laut Li Ka-shing wird die Mobilfunksparte Ende dieses Jahres einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ausweisen, ein Jahr später werde das Geschäft auch zum Reingewinn beitragen.

Im Mobilfunk setzte der Konzern im vergangenen Jahr 15,7 Mrd. Euro und damit fünf Mal soviel wie im Vorjahr um. Es ist der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich des Konzerns, aber noch deutlich kleiner als die Bereiche Einzelhandel und Containerhäfen. Insgesamt stieg der Hutchison-Umsatz 2004 um mehr als 20 Prozent auf 179,4 Mrd. Hongkong-Dollar (17,8 Mrd. Euro). Größter Gewinnbringer ist die Sparte Containerhäfen, die ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 17 Prozent auf knapp 8,9 Mrd. Hongkong-Dollar steigerte. Das Ebit des Konzerns lag bei 19,4 Mrd. Hongkong-Dollar – ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Hutchison-Aktie zog gestern in Hongkong um 0,4 Prozent an. „Die Erwartungen des Marktes sind voll erfüllt worden“, sagte Tim Leung, Fondsmanager bei IG Investment Management in Hongkong. Auch die UMTS-Sparte beginne, attraktiver zu werden. Hutchison bot – wie im Vorjahr – eine Dividende von 1,22 Hongkong-Dollar je Aktie.

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