„How I Met My Dog“
Online-Dating für Bello

Eigene Profile für Hunde und ihre Vorlieben – was wie eine absurde Idee klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Vier Millionen Hunde landen in den USA jährlich im Tierheim. Eine neue Internet-Vermittlung will das ändern.
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BostonWer im Tierheim nach einem neuen Hund sucht, der achtet meist zuerst auf das Aussehen oder die Rasse. Doch genau das ist der falsche Ansatz, glauben die Betreiberinnen einer neuen Online-Tiervermittlung. Sie haben deshalb die Webseite „How I Met My Dog“ gestartet: Die berücksichtigt nun auch Faktoren wie Persönlichkeit, Lebensweise und Verhalten der Tiere – ganz wie das Online-Dating für Zweibeiner.

Anders als bei bereits bestehenden Tiervermittlungen im Netz setzt die neue Seite auf einen ausgefeilten, wissenschaftlichen Fragebogen, um die jeweils beste Übereinstimmung zu ermitteln. So soll für jeden Halter genau der Hund gefunden werden, der den Erwartungen möglichst exakt entspricht, wie Gründerin Jodi Andersen erklärt. Die Hundetrainerin und Autorin startete das neue Angebot zusammen mit zwei weiteren Frauen, MaryAnn Zeman und Sharon Mosse.

Die Vermittlung werde dringend gebraucht, da jährlich etwa vier Millionen Hunde in den USA im Tierheim landeten, erklärten die Unternehmerinnen. Darunter seien viele von Heimen vermittelte Tiere, die zurückgebracht würden, weil die Halter nicht mit ihnen klargekommen seien. Zu viele Hunde müssten getötet werden, weil sich keine Herrchen und Frauchen mehr für sie fänden.

„Unser jetziges System ist kaputt und muss repariert werden“, sagte Andersen. Eine der Ursachen sei, dass viele Menschen die Wahl eines Tieres zu unüberlegt treffen: „Sobald jemand einen Hund süß findet, nimmt er ihn mit nach Hause.“

Bei der Tierschutzorganisation „Massachusetts Society for the Prevention of Cruelty to Animals“ (MSPCA), die jedes Jahr Tausende Tiere vermittelt, sieht man das ähnlich. Es sei eine der wichtigsten Aufgaben, Hunde und Katzen nicht in die falschen Hände abzugeben, betont Sprecher Rob Halpin. Interessenten müssten davon überzeugt werden, sich nicht gleich in den ersten Hund zu verlieben, den sie sehen. „Manchmal gewinnt das Gefühl die Oberhand über den Verstand“, sagt Halpin.

Bei der MSPCA bemühen sich speziell geschulte Berater darum, die Tierfreunde mit den richtigen Hunden zusammenzubringen. Online-Vermittlungen wie „How I Met My Dog“ könnten die Arbeit erleichtern, sagt Halpin: „Wir begrüßen das Konzept, Menschen mit Hilfe von Technik bei der Suche nach dem richtigen Tier zu helfen.“

Das neue Internet-Angebot unterstützt darüber hinaus auch Hundehalter, ein neues Zuhause für ihr Tier zu finden, wenn sie es abgeben müssen. Das Start-up arbeitet bislang mit 24 Tierheimen im Großraum Boston zusammen. Bis Ende des Jahres soll „How I Met My Dog“ für die gesamten USA zur Verfügung stehen.

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