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HSE 24: Einkaufssender laufen gut

exklusiv Wenn der schrille Modedesigner Harald Glöckler für seine Marke Pompöös und die Schauspielerin Christine Kaufmann für ihre Kosmetikartikel in die Kameras im Ismaninger Sendezentrum lächeln, klingeln beim Einkaufssender HSE 24 die Kassen. Von Kaufunlust dort keine Spur: HSE 24 erzielt einen Umsatzrekord. Nun will der Kanal einen Modesender gründen und ins Ausland expandieren.

Lächeln bis die Kasse klingelt: Die Geschäfte des Einkauffsenders HSE 24 laufen gut. Quelle: Pressebild
Lächeln bis die Kasse klingelt: Die Geschäfte des Einkauffsenders HSE 24 laufen gut. Quelle: Pressebild

DÜSSELDORF. Von Kaufunlust und Wirtschaftskrise spürt der Shoppingkanal im Münchener Norden nichts. Über die virtuelle Ladentheke gehen Harry Ivens Goldring mit 585 Brillanten für knapp 5 000 Euro bis hin zur Schurwolle-Einlegsohle für annähernd acht Euro. Täglich rufen rund 28 000 Kunden an, vor allem Frauen über 50 Jahre.

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Im vergangenen Jahr steigerte HSE 24 seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 394 Mio. Euro (Vorjahr: 353 Mio.). "Das Unternehmen läuft und läuft. Wir sind nicht krisenabhängig, denn etwas Kleineres gerade aus unseren Kernbereichen Mode, Schmuck und Beauty gönnt man sich immer gerne", sagte HSE24-Chef Richard Reitzner dem Handelsblatt. Auch bei der Profitabilität hat der Sender nach eigenen Angaben einen Rekord erzielt. Der operative Gewinn (Ebitda) soll um über 35 Prozent gestiegen sein. Absolute Zahlen nennt Reitzner auf Anfrage nicht. Für das laufende Jahr erwartet er eine stabile Entwicklung bei Umsatz und Gewinn.

HSE 24 erlebte 2009 einen turbulenten Eigentümerwechsel. Das Versandhaus Quelle (Primondo), langjähriger Eigner des Senders, ging in die Insolvenz. Danach übernahm die Private-Equity-Tochter des Versicherungskonzerns Axa das TV-Unternehmen.

Mit seiner guten Bilanz steht HSE 24 in der Branche nicht allein. Auch der Marktführer QVC hat einen Umsatzrekord erzielt. Der Düsseldorfer Kanal des US-Medien-Tycoons John Malone steigerte seine Erlöse im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 674 Mio. Euro. Das Ebitda legte sogar um neun Prozent auf 116 Mio. Euro zu. Auch der Auktionssender 1-2-3.tv steigerte seinen Umsatz um sechs Prozent auf 92 Mio. Euro und verließ die Verlustzone. Der Unterföhringer Kanal erzielte 2009 ein Ebitda von 3,4 Mio. Euro. 2010 will der Sender bei den Erlösen noch stärker wachsen.

Die Perspektiven der Einkaufskanäle sind gut. Nach einer Studie von TNS Infratest haben die Shoppingsender im vergangenen Jahr insgesamt 1,3 Mrd. Euro umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Branche strotzt vor Zuversicht. "Wir sehen das Jahr 2010 positiv und spüren keine Eintrübung des Konsumklimas", sagte QVC-Chef Ulrich Flatten. Auch Andreas Büchelhofer, Gründer und Geschäftsführer des Auktionssenders 1-2-3.tv, ist optimistisch:"Der Teleshopping-Markt wächst weiter, wenn auch nicht mehr so vehement wie noch in den Neunziger Jahren."

Die Einkaufskanäle schieben neue Projekte an. HSE 24 will voraussichtlich Ende des Jahres einen digitalen Modekanal gründen. "Unser neuer Sender HSE Extra verzeichnet ein dynamisches Wachstum. Wir prüfen daher einen weiteren Digitalsender zu gründen, der sich beispielsweise auf Mode konzentriert", kündigt Reitzner an. Auch QVC startet im Herbst einen zweiten Shoppingkanal mit Themenshows. Die Investitionen mit rund einer halben Mio. Euro sind aber bescheiden.

Während QVC, als Tochter von Malones Medienkonzern Liberty Media auch in den USA, Japan und Großbritannien präsent ist, beschränkte sich HSE 24 bislang auf deutschsprachige Länder. Das soll sich nun ändern. Möglichst schnell will HSE 24 einen Ableger im Ausland gründen. "Für uns sind Märkte wie Italien, Polen und natürlich Russland interessant. Wir werden Ende 2010 oder Anfang 2011 einen neuen Markt in Angriff nehmen", sagt Senderchef Reitzner.

HSE 24 will Social Media nutzen

HSE 24 arbeitet derzeit intensiv daran, die Kunden über alle Vertriebskanäle zu erreichen. HSE 24 wird im Sommer den Einkauf über das Handy mit nur einem Click ermöglichen. Außerdem will der Sender mit derzeit knapp 2 600 Mitarbeitern Social Media wie Facebook nutzen und den Internet-Shop ausbauen. "Unser Ziel ist es, rund ein Drittel des Umsatzes in drei Jahren über Internet und Mobiltelefon zu machen", sagt Reitzner. Andere Sender wie 1-2-3.tv sind noch radikaler. "Im Gegensatz zu unserer Teleshopping-Konkurrenz setzen wir nicht auf neue TV-Modelle, sondern sehen die Zukunft ganz klar im Web", sagt Senderchef Büchelhofer. Der Sender will mittelfristig die Hälfte seines Umsatzes übers Internet machen.

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