Huawei-Chef Ren Zhengfei: „Mystery Man“ aus dem Reich der Mitte

Huawei-Chef Ren Zhengfei
„Mystery Man“ aus dem Reich der Mitte

Ren Zhengfei, Vorstandschef des Telekomausrüsters Huawei, gehört noch zur alten Garde der China AG. Und die setzt zum Wohl von Firma und Vaterland vor allem auf Parteibuch, Beziehungen, Staatsaufträge und eiserne Verschwiegenheit. Auch mit Mao wurde er schon verglichen.

and SHENZEN. Ren Zhengfei tritt kaum öffentlich auf. Er gibt keinerlei private Fakten preis. Und er hat seit der Gründung seiner Firma vor fast 20 Jahren nicht ein einziges Interview gegeben. Dabei führt Ren nicht etwa einen alten Stahlriesen oder die chinesische Staatspost – der 62-Jährige ist Chef des modernsten und innovativsten Unternehmens der Volksrepublik. Doch Ren hält sich von jedem PR-Rummel fern. „Das ist einfach nicht sein Ding“, sagt ein führender Mitarbeiter. „Er redet wenig, macht aber viel.“

Bisweilen wird der Huawei-Chef mit Mao verglichen. Auch Ren sei ein hervorragender Anekdotenerzähler, heißt es. Und er schalte unliebsame Mitstreiter schon mal knallhart aus. Der Strippenzieher ist zudem gut verdrahtet – der Ex-Militär hat seine Kontakte zu Partei und Armee nie gekappt. Und der Huawei-Gründer, seit 1958 Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas, saß sogar schon im Parlament.

Geboren wurde Ren Zhengfei 1944 in der ärmlichen Provinz Guizhou. Die Familie siedelte später ins Hinterland von Hongkong, wo der Vater als Buchhalter in einer Waffenfabrik, die Mutter als Lehrerin arbeitete. Als ältestes von sieben Kindern und mit berufstätigen Eltern lernte der junge Zhengfei schon früh, die Führung zu übernehmen.

Nach seinem Studium an der Universität von Chongqing ging Ren als Telekom-Entwickler an ein Forschungsinstitut der chinesischen Armee. Als Wirtschaftsreformer Deng Xiaoping in den achtziger Jahren das Militär der Volksrepublik um eine Million Soldaten reduzierte, nutzte Ren die Chance.

Noch als Offizier der Volksbefreiungsarmee gründete er Huawei. Zunächst führte der damals 44-jährige Telekom-Experte aus dem nahen Hongkong Telefonanlagen ein. Zu Beginn der wirtschaftlichen Öffnung hatte in China weniger als ein Prozent der Bevölkerung ein Telefon. Das Geschäft brummte. Ren erkannte bald, dass er die Geräte selbst bauen und verkaufen kann. Er machte sich selbstständig.

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