IBM und Rhön-Klinikum: Online-Befragung im Wartezimmer

IBM und Rhön-Klinikum
Wenn der Supercomputer die Diagnose stellt

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Online-Befragung im Wartezimmer

Mehr IT, das könnte bald auch für den Klinikalltag gelten. Denn wenn der Computer die medizinisch wichtigen Informationen abfragt, bleibt dem Arzt mehr Zeit für die Behandlung – oder für mehr Patienten. Daher diskutiert die Rhön-Klinikum AG über andere Einsatzbereiche.

Ein Szenario: Wenn Patienten im Warteraum sitzen, könnten sie einen Online-Fragebogen ausfüllen, der dem Arzt die Anamnese erleichtert. Die Einführung könnte 2017 erfolgen. Denkbar ist auch ein „medizinisches Cockpit“ mit wichtigen Daten von Krankheiten über Diagnosen bis zu verschriebenen Medikamenten. Dafür muss die Klinik allerdings Partner gewinnen, vor allem die niedergelassenen Ärzte.

Das sind keine kurzfristigen Projekte, wie Neumann betont: Mindestens zwei bis drei Jahre müsse man dafür veranschlagen. Die Rhön-Klinikum AG sieht darin aber eine Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben und so im umkämpften Markt zu bestehen. „Wir müssen den Service verbessern“, sagt der Manager. „Wenn sich das herumspricht, kommen mehr Patienten zu uns.“

Für IBM ist die Kooperation mit dem Rhön-Klinikum ein wichtiger Erfolg, um die Einsatzmöglichkeiten von Watson zu demonstrieren. Der Konzern baut derzeit sein Geschäft um: Komplettlösungen, bestehend aus Servern, Speichersystemen und Software und begleitet von Dienstleistungen, sind immer weniger gefragt. Viele Kunden setzen aufs Cloud-Computing und beziehen Standarddienste übers Internet, ohne große Beratung.

Watson soll dem Konzern nach vier Jahren schrumpfender Umsätze möglichst bald wieder Wachstum verschaffen. Potenzial sieht der Konzern in fast allen Branchen, vom Kundenservice bis zur Wettervorhersage, von der Krebstherapie bis zur Wartung. Der Marktforscher IDC prognostiziert, dass der Markt für Künstliche Intelligenz samt Hardware, Software und Diensten von acht Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 47 Milliarden Dollar im Jahr 2020 wächst.

„Big Blue“ will sich einen wichtigen Teil dieses Zukunftsgeschäfts sichern. Doch wenn es um konkrete Erfolge geht, wird das Management verschwiegen. Wie viele Kunden das System nutzen und wie viel Umsatz es einbringt, schlüsselt es auch mehr als zwei Jahre nach der Gründung der Geschäftseinheit nicht auf. Im Jahresbericht 2015 heißt es lediglich, dass Cloud-Computing, Datenanalyse, IT-Sicherheit und mobile Anwendungen 35 Prozent zum Umsatz von 81,7 Milliarden Dollar beitrugen. Das lässt viel Spielraum für Interpretationen.

Projekte wie das in Marburg zeigen das Potenzial – und locken vielleicht andere Kunden an. Zum Beispiel Kliniken, die Watson auch als Assistenzarzt einsetzen wollen.

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  •  Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ralph S. auch Ihnen kann geholfen werden.

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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