„iKraftwerk”
Apple plant neues Quartier in London

Apple zieht um und sorgt damit für Jubel in Großbritannien. Das zukünftige Quartier des US-Konzerns ist vor allem Pink-Floyd-Fans bestens bekannt. Bisherige Pläne zur Nutzung des Gebäudes sind alle gescheitert.

LondonDer US-Technologieriese Apple hat sich zuletzt nicht gerade viele Freunde in Großbritannien gemacht, nicht zuletzt wegen eines kräftigen Preisaufschlags für das neue iPhone. Doch nun punkten die Amerikaner in der britischen Großstadt: Der US-Konzern will in London ein neues Quartier für die Geschäfte in Großbritannien beziehen.

Ab 2021 sollen 1400 Apple-Mitarbeiter in dem berühmten ehemaligen Kohlekraftwerk Battersea Power Station arbeiten – einem Bauwerk, das nicht nur London-Touristen wohl bekannt sein dürfte, sondern auch 1977 auf dem Album-Cover „Animals“ von Pink Floyd abgebildet war.

Apple hat einen Mietvertrag für 500.000 Quadratmeter Gewerbefläche auf sechs Etagen unterzeichnet und wird damit der größte Mieter in dem neu renovierten Projekt sein. Der Platz reiche auch für mehr als 1400 Mitarbeiter, macht man sich in London Hoffnung, möglicherweise baue Apple ja den Standort aus.

Die Entscheidung von Apple „stärkt die Stellung von London als globaler Knotenpunkt für Technologie“, jubelt jedenfalls Großbritanniens Kanzler Philip Hammond. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan äußert sich „erfreut, dass Apple in die Battersea Power Station‎ zieht und damit hilft, neue Arbeitsplätze zu erschaffen“. Dass Apple dabei aber Milliarden investiert, ist wohl eine trügerische Hoffnung, vielmehr hat die Renovierung und Umgestaltung der Immobilie durch die Eigentümer bereits Milliarden verschlungen.

Und es gibt auch Verlierer. Denn Apple zieht bei dem Umzug die Mitarbeiter aus anderen Standorten in London ab – die Vermieter dieser Bürogebäude dürften die Nachrichten weniger freudig aufgenommen haben. Hauptsitz von Apple in Europa bleibt zudem im irischen Cork.

Das ehemalige Kohlekraftwerk am Südufer der Themse war in den 1930er Jahren erbaut worden. Das Werk mit den vier markanten Riesenschornsteinen wurde gut 50 Jahre später stillgelegt und stand seit 1983 leer. Einige Investoren hatten große Pläne für das Ziegelsteingebäude – und sich dabei verkalkuliert: Ein Freizeitpark sollte aus dem denkmalgeschützten Gebäude entstehen, ein Einkaufszentrum war im Gespräch und auch der russische Milliardär Roman Abramowitsch hatte für seinen Fußballclub FC Chelsea ein Angebot für das Objekt abgegeben.

Letztlich ging das Gebäude 2012 an malaysische Investoren, die ein neues Stadtviertel mit Wohnungen, Büros und Geschäften planten – und nun die neuen Vermieter von Apple sind.

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