Iliad will Sprint ausstechen
Französischer Milliardär greift nach T-Mobile US

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Unklar wie Iliad die Übernahme stemmt

Trotz seiner guten Beziehungen zu den Sozialisten kann man Niel nicht unbedingt als Linken ansehen. Er ist ein für Frankreich eher untypischer Selfmademan. Seinen Aufstieg verdankt er seinen hervorragenden Kenntnissen in Informatik und seinem Gespür für neue Märkte. Schon in jungen Jahren gründete er verschiedene Unternehmen im Umfeld der New Economy. In einer Reportage des französischen Fernsehens wurde vor kurzem darauf hingewiesen, dass Niel allerdings den Grundstock zu seinem Vermögen auch mit Low Tech wie Beteiligungen an Pornoshops gelegt hat.

Sein wichtigstes Unternehmen Iliad hat sich zunächst als Anbieter von Internet-Anschlüssen einen Namen gemacht. Vor zweieinhalb Jahren stieg Niel dann mit einer konkurrenzlos billigen Flatrate von wenigen Euros in den Mobilfunkmarkt ein. Dabei hatte er kein eigenes Netz: Den Zugang verdankt er einer Vereinbarung mit dem Ex-Monopolisten France Télécom/Orange, dessen Hauptaktionär noch immer der Staat ist. Orange ermöglicht Free die Nutzung des eigenen Mobilfunknetzes. Weshalb Orange Niel den Markteintritt verschaffte, ist nie richtig klar geworden.

Alle drei klassischen Anbieter – Orange- SFR und Bouygues – verloren schon nach wenigen Monaten hunderttausende von Kunden an Free. Mittlerweile dringt Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg auf eine Konsolidierung. Sowohl Niel als auch Orange verhandelten mit Bouygues über eine Übernahme von dessen Mobilfunk-Aktivitäten, doch scheiterten die Gespräche.

Wie Niel eine Übernahme von T-Mobile stemmen will, ist ebenfalls nicht ganz klar. Er muss hohe Beträge ausgeben, um in Frankreich sein eigenes Mobilfunknetz aufzubauen. Auf dem US-Markt ist Niel bislang nicht vertreten, auch nicht mit anderen als Mobilfunk-Aktivitäten. Niel tritt in der Öffentlichkeit stets locker und gut gelaunt auf und ist ein geschickter Kommunikator. Doch sein Unternehmen ist eher verschlossen, kommuniziert wenig und veröffentlicht nur die notwendigsten Informationen.

Insidern zufolge hat Iliad die Banken BNP Paribas und HSBC an seiner Seite. Dies sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag.

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Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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