Im Gespräch mit Matsushita-Chef Ohtsubo
„Unsere Hingabe ist die Produktion“

Fumio Ohtsubo, der Chef des weltgrößten Herstellers von Unterhaltungselektronik, spricht im Handelsblatt-Interview über die strategische Ausrichtung von Matsushita und dessen bekannteste Marke Panasonic, seine neue Kauflust, duftende Fernseher und die Unterschiede zum ewigen Rivalen Sony.

Herr Ohtsubo, Matsushita hat eine Bilderbuchsanierung geschafft. In Ihrem ersten Jahr an der Spitze wird der Konzern aller Voraussicht nach wieder eine Umsatzrendite von fünf Prozent erreichen – davon träumt ein Wettbewerber wie Sony. Schon heißt das Motto „Demnächst zehn Prozent“. Greifen Sie da nicht zu hoch?

Zehn Prozent – das hat Chairman Nakamura intern verkündet, damit jetzt, da wir die Marke von fünf Prozent wohl erreichen werden, die positive Anspannung im Unternehmen nicht abnimmt. Zehn Prozent sind schwierig, auch wenn solche Renditen vor 10 bis 20 Jahren normal waren bei Matsushita, egal in welchem Bereich. Wir müssen uns aber gar nicht festlegen, jedes Jahr unbedingt zehn Prozent zu erreichen. Wirklich wichtig ist mir, dass ich im Jahr 2010 von außen gesagt bekomme: Matsushita Electric, das ist eine global exzellente Firma.

Was verstehen Sie darunter?

In einer global exzellenten Firma geht es nicht nur darum, eine möglichst hohe Umsatzrendite zu erzielen, sondern die Beschäftigten müssen sich ausgefüllt und motiviert fühlen. Die Frage ist auch: Tut die Firma genug für die Umwelt, engagiert sie sich sozial, sichert sie ihren Aktionären Wert?

Und Matsushita ist in Ihren Augen derzeit keine exzellente Firma?

Nein, wir können uns nicht als global exzellent bezeichnen. Wir sind jetzt in der Lage, auf dem Weltmarkt frontal mit der Konkurrenz aus Japan und den Nachbarländern zu kämpfen. Das ist die Bedeutung der fünf Prozent Umsatzrendite. Aber es gibt in der nächsten Runde noch weit stärkere Unternehmen, auch in Europa und den USA. Sind wir besser als die? Natürlich nicht. Wir sind gerade an der Basis angekommen, um ein global exzellentes Unternehmen zu werden.

Was muss Matsushita neben der Rendite vor allem verbessern?

Es geht mir darum, dass Matsushita sich stetig nach vorne entwickelt – ohne zurückzufallen. Früher haben uns die Konjunktur, der hohe Yen, alle möglichen Gründe im Management immer wieder zurückgeworfen. Ich will aus Matsushita eine Firma machen, die nicht zurückfällt, egal wie die Weltkonjunktur sich entwickelt. Die Details werde ich am 10. Januar bei der Vorlage des neuen Mittelfristplans nennen – welche Zahlen oder Indizes wir zum Beispiel bei der Rendite für Aktionäre erreichen wollen, wie wir das Umweltengagement und die Mitarbeiterzufriedenheit messen wollen.

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